Fast halb und halb bei den Midterms: Katholiken in den USA haben zu 50 Prozent die Demokraten und zu 49 Prozent die Republikaner gewählt. Das ergaben Nachwahlbefragungen vom Fernsehsender NBC und anderen Organisationen, wie die Medienplattform „America Magazine“ meldete. Zum Vergleich: 2024 holte Trump noch 55 Prozent der Stimmen von den Katholiken.
56 Prozent der weißen Katholiken in den USA setzten ihr Kreuz bei republikanischen Kandidaten, bei weißen Katholiken ohne Hochschulabschluss lag dieser Anteil sogar bei 63 Prozent. Hispanische Katholiken stimmten zu 65 Prozent für die Demokraten. Unter den schwarzen Katholiken wählten 87 Prozent die Demokraten. Insgesamt 55 Prozent der katholischen Männer stimmten für die Republikaner, 54 Prozent der katholischen Frauen hingegen für die Demokraten.
Rechter als die Katholiken positionierten sich die US-amerikanischen Protestanten: 59 Prozent von ihnen hätten ihr Kreuz bei den Republikanern gesetzt, betonte das „America Magazine“. Deutlich linker wählten jene Wähler, die nach eigenen Angaben keiner Religion angehören. 78 Prozent von ihnen stimmten für die Demokraten.
Grund für den Wahlausgang: schlechte Wirtschaftslage
Diesen „Linksruck“ unter den Wählern habe Trump beeinflusst, obwohl er nicht auf dem Stimmzettel stand. Wie das „Pew Research Center“ im Oktober berichtete, lehnten katholische Wähler den amtierenden Präsidenten zunehmend ab. Zu seinem Amtsantritt im Januar 2025 hätten ihn noch 47 Prozent unterstützt, aktuell seien es nur noch 30 Prozent. Historisch gesehen beeinflusse die Beliebtheit eines amtierenden Präsidenten, wie seine Partei bei den Zwischenwahlen abschneide.
„In vielerlei Hinsicht sind die katholischen Wähler in den Vereinigten Staaten zur entscheidenden Wählergruppe geworden, und das hat wirklich große Auswirkungen, denn Katholiken sind, offen gesagt, überall in Amerika zu finden“, äußerte sich Ryan Burg, ein politischer Datenanalyst und Professor an der Washington University St. Louis, dazu. Die Wahlergebnisse stellten seiner Meinung nach allerdings keinen „ideologischen Wandel“ unter den katholischen Wählern dar. Grund sei vielmehr die schlechte Wirtschaftslage, um die sich die Wahl drehe. DT/elih
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