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Markus Grübel: Religionsfreiheit verstärkt auf die Agenda setzen

Der Bundesbeauftragte für die weltweite Religionsfreiheit betont im Gespräch mit der „Tagespost“, wie wichtig es sei, sich für das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit einzusetzen. Die Lage der Religionsfreiheit sei heute angespannter als vor zehn Jahren.
Entwicklungsminister Müller im Irak
Foto: dpa | Markus Grübel (l), ist CDU-Bundestagsabgeordneter, in der letzten Legislaturperiode war er Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Markus Grübel, der Bundesbeauftragte für die weltweite Religionsfreiheit, warnt davor, dass das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit zunehmend eingeschränkt oder komplett infrage gestellt wird. Drei Viertel der Weltbevölkerung lebten in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt sei, meint Grübel im Gespräch mit der „Tagespost“. „Davon sind vor allem Christen, aber auch Muslime aufgrund ihres großen Anteils an der Gesamtzahl der Weltbevölkerung, am häufigsten betroffen“, so der Katholik. Die Lage der Religionsfreiheit sei heute angespannter als noch vor zehn Jahren. Mit besonderer Sorge beobachte er, dass in Gebieten, in denen Angehörige verschiedener Religionen lange friedlich miteinander leben konnten, zunehmend Intoleranz, Auseinandersetzung und Vertreibungen festzustellen seien. „Das Thema nun verstärkt auf die Agenda zu setzen, ist eine wichtige und sehr zeitgemäße Antwort auf eine anwachsende Problematik“, so Grübel. Deutschland müsse seinen Beitrag leisten, dass das Menschenrecht Religionsfreiheit gewährleistet wird.

Aktuell sei es wichtig dafür zu sorgen, dass Christen und Jesiden weiter im Nordirak, in der Ninive-Ebene und im Sindjar leben könnten. Nach die Terrormiliz vom sogenannten „Islamischen Staat“ militärisch besiegt wurde, stünden die Angehörigen religiöser Minderheiten vor den Trümmern ihrer Existenz, gibt Grübel zu bedenken.

Zudem betont der CDU-Bundestagsabgeordnete, dass Religionsfreiheit den Frieden stärke und Fluchtursachen mindere. „Denn religiöse Konflikte sind oft Ursache für Vertreibungen.“ In Deutschland lebende Flüchtlinge sollten seiner Ansicht nach erfahren, dass Menschen ganz unterschiedlicher Religion oder Weltanschauung friedlich miteinander leben können.

DT

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 09. Mai.

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