Wien

Kulturkampf in der Schule?

Ein Bericht aus dem Bildungsministerium sorgt für Furore: Wie präsent ist islamischer Extremismus an Österreichs Schulen?

Schülerin mit Kopftuch
Wie präsent ist islamischer Extremismus an Österreichs Schulen? Der jüngst veröffentlichte „Tätigkeitsbericht der Ombudsstelle für Wertefragen und Kulturkonflikte“ in Österreichs Bildungsministerium lässt die Wogen hochgehen. Foto: Bernd Thissen (dpa)

Der vor wenigen Tagen veröffentlichte „Tätigkeitsbericht der Ombudsstelle für Wertefragen und Kulturkonflikte“ in Österreichs Bildungsministerium lässt die Wogen hochgehen. Es habe sich gezeigt, „dass Rassismus an Schulen alltäglich ist“, heißt es da. 2018 seien 260 Diskriminierungsfälle an Schulen und Universitäten in Österreich gemeldet worden; in 48 Prozent der Fälle wurden Religion und Weltanschauung als Gründe genannt, in 45 Prozent der ethnische Hintergrund oder die Hautfarbe. 

In den Klassen herrsche großer Druck, Kleidervorschriften einzuhalten. Mädchen würden bedrängt, den Hijab zu tragen. Die Diskriminierung von Lehrerinnen durch Schüler werde aus Scham nicht besprochen. Weibliche Lehrkräfte würden von männlichen Jugendlichen wegen ihres Geschlechts nicht ernst genommen oder wegen ihrer Kleidung gedemütigt. Für manche Schüler sei Gewalt eine Normalität, weil sie „zu Hause gewaltbereite Vorbilder erleben“.

Ausdrückliche Kritik am muslimischen Religionsbuch "Islamstunde"

Im Schuljahr 2017/18 gab es 847 Anzeigen und 857 Polizeieinsätze wegen schwerer Gewaltvorkommen an Österreichs Schulen, meist in Wien. Doch: „Wie hoch die Dunkelziffer an tatsächlichen Gewaltdelikten an österreichischen Schulen ist, kann niemand genau sagen.“ Aus diversen Gründen werde oft keine Anzeige erstattet. Der Bericht hält es für erwiesen, dass „Kinder und Jugendliche aus Migrationsfamilien oder mit anderen ethnischen Zugehörigkeiten besonderer Unterstützung im Zusammenhang mit Mobbing und Gewalt bedürfen“.

Ausdrücklich kritisiert Ombudsfrau Susanne Wiesinger das muslimische Religionsbuch „Islamstunde“, in dem „nur eine bestimmte Lebensweise und nur ein ganz bestimmtes Verständnis der Religion als richtig dargestellt“ werde. Kindern werde durch einen strafenden Gott Angst gemacht, abweichende Haltungen würden als Hochmut abgewertet. Wiesingers Resümee über Jugendliche mit Migrationshintergrund: „Viele von ihnen, die sich in Österreich nicht ausreichend zuhause fühlen, definieren sich verstärkt über ihre Religion und die Nationalität und Kultur des Herkunftslandes.“

DT/sba

 

 

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