Erfurt

Mehrheit für Wahlfreiheit bei Kinderbetreuung

Die medial verbreitete Behauptung einer überwiegend gewünschten Krippenbetreuung sei falsch, erklärt der „Verband Familienarbeit e.V.“
Kita in Kiel
Foto: Axel Heimken (dpa) | In seiner Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie erklärt der „Verband Familienarbeit e.V.“: „Das Ergebnis zeigt, dass die in den öffentlich-rechtlichen Medien verbreitete Behauptung einer überwiegend ...

Die Mehrheit der Deutschen ist für die Einführung eines Erziehungsgeldes in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes, um Eltern finanzielle Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung zu garantieren. Das hat eine aktuelle INSA-Studie ergeben, die 2.083 Personen aus Deutschland über 18 Jahre befragt hat. Die Studie wurde im Juni unter anderem im Auftrag der „Stiftung für Familienwerte“ und des „Verbands Familienarbeit e.V.“ durchgeführt.
55 Prozent der Befragten stimmten der folgenden Aussage zu: „Ich bin für die Einführung eines Erziehungsgeldes in den ersten drei Lebensjahren des Kindes, damit Eltern über die Betreuung ihres Kindes (finanziell) frei entscheiden können (z.B. Tagesmutter, Krippenplatz, familiäre Betreuung).“

72 Prozent der Linken-Wähler wollen Erziehungsgeld

Die Antwortmöglichkeiten lauteten „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „weiß nicht“, „keine Angabe“. Ein Viertel aller Befragten stimmt der Aussage nicht zu. Alle Altersgruppen und Wählergruppen stimmen der Aussage mehrheitlich zu, wobei die Zustimmung mit 72 Prozent bei Wählern der Linken am höchsten und mit 50 Prozent bei Wählern von CDU/CSU am niedrigsten war. Im Westen und im Osten unterscheidet sich die Zustimmung nur um einen Prozentpunkt.

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Ebenfalls abgefragt wurde die Aussage „Der Staat sollte die Betreuung von Kindern im Krippen-bzw. Kita-Alter ausschließlich durch die Familie zu Hause (statt durch Kitas, Tagesmütter o.ä.) stärker finanziell fördern, als dies bislang der Fall ist.“ Hier stimmt eine Mehrheit von 57 Prozent der Aussage zu, dass der Staat die Betreuung von Klein- und Kindergartenkindern durch die Familie zu Hause fördern sollte. 27 Prozent stimmen nicht zu. Die Zustimmung unterscheidet sich in den Altersgruppen nicht erheblich. Auch hier stimmen vor allem Linke-Wähler (76 Prozent) und Grüne-Wähler (71 Prozent) der Aussage zu, wohingegen nur 47 Prozent der CDU/CSU- und AfD-Wähler der Aussage zustimmen.

Eine relative Mehrheit von 43 Prozent der Befragten ist außerdem der Meinung, dass Haushalte ohne minderjährige Kinder finanziell besser aufgestellt sind als Haushalte mit minderjährigen Kindern.

Krippenbetreuung nicht überwiegend gewünscht

In seiner Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie erklärt der „Verband Familienarbeit e.V.“: „Das Ergebnis zeigt, dass die in den öffentlich-rechtlichen Medien verbreitete Behauptung einer überwiegend gewünschten Krippenbetreuung falsch ist.“ Mit dieser Behauptung folge der Mainstream-Diskurs in den Medien Vorgaben von Regierung und Wirtschaftslobby, nach denen überwiegend der Ausbau der Krippenbetreuung gewünscht werde, so die Mitteilung weiter. „Offensichtlich steht hier das Profitstreben im Vordergrund, das möglichst alle Eltern in Vollzeit erwerbstätig sehen will, um die Löhne möglichst niedrig halten zu können. Das Wohl der Kinder und die Interessen der Eltern bleiben dagegen unbeachtet“, wirft der Verband Regierung und Wirtschaft vor.  DT/fha

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