Der Bund hat den internationalen Wettbewerb für die Gestaltung des geplanten „Denkmals zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland“ eröffnet. Das Mahnmal soll im Spreebogenpark in Berlin, zwischen Bundeskanzleramt und Bundestag, entstehen.
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der SED-Diktatur soll damit ein zentraler Ort des Gedenkens geschaffen werden: für die Menschen, die unter kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland verfolgt, entrechtet, inhaftiert oder ermordet wurden. Zugleich soll das Denkmal an jene erinnern, die Widerstand geleistet haben.
Siegerentwurf steht im November fest
Für den Wettbewerb können sich Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten, möglichst in interdisziplinären Teams, bis zum 22. April 2026 bewerben. Ausgewählt werden bis zu 25 Teilnehmer, die im Sommer ihre Entwürfe ausarbeiten sollen. Über den Siegerentwurf entscheidet eine Jury im November 2026. Der Bau des Denkmals ist für 2027 bis 2028 vorgesehen. Für Wettbewerb und Realisierung stellt der Bund insgesamt fünf Millionen Euro bereit.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sprach von einem längst überfälligen Schritt. Viele Betroffene und ihre Angehörigen warteten seit Jahrzehnten auf einen solchen Ort des Gedenkens: „Mir ist besonders wichtig, dass viele der Betroffenen diesen Ort des würdigen Gedenkens noch selbst erleben können.“ Mit dem Denkmal werde eine Lücke in der deutschen Erinnerungslandschaft geschlossen.
Auch Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, betonte die symbolische Bedeutung des Vorhabens. Ein nationales Mahnmal sei mehr als ein bauliches Zeichen: „Das geplante Mahnmal soll das Leid der Opfer kommunistischer Diktaturen anerkennen und ihr Gedenken fest im öffentlichen Bewusstsein und in der Mitte unserer Gesellschaft verankern.“
Die Errichtung des Denkmals geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages vom 13. Dezember 2019 zurück. Begleitet wird das Vorhaben von einer Koordinierungsstelle bei der Bundesstiftung Aufarbeitung, die mit der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG e.V.) zusammenarbeitet. Ein Beirat aus Wissenschaft, Politik und Zeitzeugen begleitet ebenfalls den Prozess. Den Wettbewerb richtet das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung aus. DT/jg
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