Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht? Der Sozialphilosoph Jürgen Habermas, der 1929 in Düsseldorf geborene Kopf der zweiten Generation der Frankfurter Schule, wird mit Elogen von prominenten Stimmen aus Union und Kirche überschüttet, zum großen Lehrer und edlen Debattenführer geadelt. Dabei war Habermas ein vehementer Verfechter eines nachmetaphysischen Zeitalters und ein stets im Einsatz befindlicher „listenreicher Konservatismenfahnder“ (Dieter Henrich).
Jürgen Habermas: Zwischen Idealisierung und Machtpolitik
Andere hätten besser als Staatsphilosophen der konsensual geprägten Bundesrepublik getaugt als der stets Streit vom Zaun brechende Habermas. Die Frage, weshalb er es dennoch geworden ist, beantwortet der Historiker Peter Hoeres.
