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Wer wird Europameister?

In der sonst ja so harmonieaffinen katholischen Kirche scheiden sich dazu die Geister. Je nach spiritueller Ausrichtung gibt es unterschiedliche Präferenzen.
Beginn der Fußball-Europameisterschaft
Foto: IMAGO/MATHIAS BERGELD (www.imago-images.de) | Für Deutschland gilt, was Kopfballungeheuer und Modallogiker Horst Hrubesch einst sagte: „Wenn wir alle schlagen, können wir es schaffen“. In diesem Sinne: Eine unterhaltsame Fußball-Europameisterschaft!

Endlich – heute Abend geht's los! Und auch, wenn man es den neuen Auswärtstrikots nicht ansieht: Nach jahrelanger Testspiel-Tristesse wird es für die Deutsche Fußballnationalmannschaft bei der Heim-EM endlich wieder ernst. Ganz Deutschland fragt sich, wo die Nagelsmann-Elf steht. Vor der Eröffnung schlägt die Stunde der Experten. Reicht es für die Schotten? Immerhin 39ster der FIFA-Weltrangliste. Die Antwort gibt es auf dem Platz. Und in einem Monat auch auf die Frage aller Fragen: Wer wird Europameister?

Und hier scheiden sich auch in der hierzulande sonst so harmonieaffinen katholischen Kirche die Geister. Je nach spiritueller Ausrichtung gibt es da ganz unterschiedliche Präferenzen. Für Benediktiner und Franziskaner kann es nur einen Europameister geben: Frankreich. Wegen der Hymne, wegen „Bruder Hahn“.

Ideal für im Synodalen Ausschuss engagierte Gremienfunktionäre

Die Jesuiten – große Vergangenheit, heute eher destruktiv bis selbstmitleidig – halten es mit den Ungarn. Die Missionarinnen der Nächstenliebe nehmen sich aus Mitleid der Ausgestoßenen an und stehen an der Seite derer, an deren Seite sonst keiner steht. Also: Holland. Und dann der Titelverteidiger. Italien. Hadern dauernd mit dem Schiri, dem Rasen, dem Luftdruck des Balles. Sind regelmäßig kurz vor dem Ausscheiden, stehen dann genauso regelmäßig im Halbfinale und alle fragen sich: Warum eigentlich? Geradezu ideal für im Synodalen Ausschuss engagierte Gremienfunktionäre.

Anhänger der Mystik setzen auf England, Belgien oder Kroatien. Dann können sie sich am Ende freuen, wieder „Nichts“ gewonnen zu haben. Dominikaner: Technisch perfekt, wissen alles besser, eine Macht – Spanien. Kirchenkritiker werden wohl Georgien die Daumen drücken. Auch die waren bisher noch nie qualifiziert. Gemeindereferentinnen finden faire Spiele wichtiger als „gewinnen um jeden Preis“. Ansonsten: Ukraine. Und Albanien. Für Menschen im Küsterdienst bieten sich Österreich oder die Schweiz an – unauffällig, bescheiden, zuverlässig. Pfadfinder: Portugal (wegen Pepe). Pfadfinderinnen: Portugal (wegen Cristiano Ronaldo). Im Kolpingwerk hingegen hält man sich raus. Egal, wer spielt. Egal, wer gewinnt. Hauptsache, das Bier ist kalt.

Und wir? Also: Deutschland. Für uns gilt, was Kopfballungeheuer und Modallogiker Horst Hrubesch einst sagte: „Wenn wir alle schlagen, können wir es schaffen“. In diesem Sinne: Eine unterhaltsame Fußball-Europameisterschaft!

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