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„Cancel Culture“ ruft auch positive Folgen hervor

Zensoren geben vor, was gelesen werden darf. Was wir gewinnen, wenn wir etwas verlieren ist der eigene Verstand und das eigene Gedächtnis.
Zensiert
Foto: imago-images.de | Rufen selbsternannte Zensoren nicht erst wieder in Erinnerung, was sie vergessen machen wollen? Symbolbild

Der bekannte Publizist Klaus-Rüdiger Mai sieht aktuelle Phänomene wie „Denkmalsturn“ und „Cancel Culture“ mit Sorge: „Die Marmorstatuen und Denkmäler werden vor das Standgericht der Ideologen gezerrt, und nicht die Gewürzhändler zerreißen die Bücher, sondern die politisch-korrekten Zensoren, deren Lektüre einzig im Aufspüren von Begriffen und Worten besteht, die zwar über eine lange Existenz in der Sprachgeschichte verfügen, aber nun unter das Sage- und Leseverbot fallen und die man deshalb durch andere ersetzt.“

Ein Kampfplatz

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In einem aktuellen Beitrag für die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ erkennt der Autor mit DDR-Erfahrungen aber auch Chancen:
„Erreichen die neuen Klassenkämpfer, die Culturecancler nicht das Gegenteil von dem, was sie so inbrünstig ersehnen, in dem sie die museale Bedeutungslosigkeit aufsprengen und auch dadurch Kultur und Geschichte wieder aktuell werden, weil sie zum Kampfplatz gemacht wurden. Wird uns in all der dumpfen Bilderstürmerei nicht wieder zu Bewusstsein gebracht, was wir eigentlich verlieren?“

Sapere aude

Seine Hoffnung: „Der Angriff auf die Kultur und die Geschichte Europas wird zum Vorgang der Aktualisierung unserer Kultur und Geschichte. Die Aktualität besteht darin, sie anzunehmen. Sapere aude, heißt nicht länger nur: habe Mut dich der Leitung deines Verstandes, sondern zugleich auch deines Gedächtnisses zu überlassen.“ DT/mee

 

Klaus-Rüdiger Mai über Cancel Culture und positive Folgen. Lesen Sie den ganzen Text in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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