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Kinder brauchen keine Bühne in Rom

Die Absage des Weltkindertags ist eine Chance, die Verantwortung von Bistümern und Pfarreien für die Glaubensweitergabe an Kinder wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Papst Leo mit Kindern auf dem Petersplatz
Foto: IMAGO / Ulmer/Teamfoto | Papst Leo hat den für September geplanten Welttag der Kinder abgesagt. Damit bleibt die erste Ausgabe dieser Veranstaltung vom Mai 2024 vorerst auch die letzte.

Papst Leo hat den für September geplanten Welttag der Kinder abgesagt. Damit bleibt die erste Ausgabe dieser Veranstaltung vom Mai 2024 vorerst auch die letzte. Die Nachricht kam überraschend, und die Entscheidung dürfte kaum leichtgefallen sein. Dennoch ist sie zu begrüßen.

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Denn Kinder brauchen etwas anderes als Jugendliche. Jugendliche können aus der Erfahrung der Weltkirche, aus der Begegnung mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern und aus der Dynamik großer Ereignisse wie der Weltjugendtage neuen Schwung für ihren Glauben gewinnen. Kinder hingegen brauchen vor allem Geborgenheit, verlässliche Vorbilder in Familie und Umfeld sowie eine kontinuierliche Begleitung im Glauben. Sie brauchen keine Bühne in Rom, sondern Menschen vor Ort, die mit ihnen beten, ihnen den Glauben erklären und ihn glaubwürdig und freudig vorleben.

Das wahre Anliegen beider Päpste hervorheben

Als Papst Franziskus den Welttag der Kinder errichtete, verfolgte er damit berechtigte Anliegen: Kindern sollte in der Kirche mehr Aufmerksamkeit zukommen; die Kirche sollte auf weltkirchlicher ebenso wie auf diözesaner und nationaler Ebene stärker zu einer erziehenden Gemeinschaft werden; Kinder sollten tiefer zu Christus als Freund und gutem Hirten geführt werden. Gerade deshalb kann die Absage der Rom-Veranstaltung sinnvoll sein. Denn diese Ziele werden nicht in erster Linie durch ein Großereignis erreicht, sondern dort, wo Glaube im Alltag wächst: in Familien, Pfarreien und katechetischen Angeboten vor Ort.

Freilich darf die Absage des Welttags der Kinder nicht dazu führen, dass die Glaubensvermittlung an Kinder noch weiter an den Rand gedrängt wird. Vielmehr muss sie das wahre Anliegen beider Päpste hervorheben und ist damit ein Auftrag an Bistümer und Pfarreien, die Kinderkatechese vor Ort zu fördern, damit Kinder gemeinsam Glaubenserfahrungen machen können – sodass aus ihnen eines Tages jene Jugendlichen werden, die mit Freude und Überzeugung andere Jugendliche motivieren, gemeinsam zum Weltjugendtag aufzubrechen.

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