Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung nach Carlo Acutis' Heiligsprechung

„Eine Bestärkung für meine Berufung“

Pfarrer Tobias Brantl ist spiritueller Begleiter der „Freunde von Carlo Acutis“. Nach der Heiligsprechung telefoniert er mit der „Tagespost“ – noch immer überwältigt. 
Pfarrer Tobias Brantl
Foto: privat | Pfarrer Tobias Brantl in der Kathedrale San Rufino in Assisi, bei der Herzreliquie von Carlo.

Pfarrer Brantl, was sind Ihre Eindrücke von der Heiligsprechung?

Es war ein starkes Erlebnis und sehr intensiv und tief. Ich bin überwältigt, auch jetzt noch. Es war ein großes Fest des Glaubens. Auf dem Petersplatz war eine tiefe Freude spürbar. Der Papst war sehr präsent und gut gelaunt, mit seiner Gelassenheit und Bodenständigkeit. Ich habe konzelebriert, und konnte ihn so von Nahem sehen. Dieser Blick von ihm, das war berührend. Man spürt, wie er mit dem Herzen dabei ist. Und auch diese Herzlichkeit unter den Priestern war wirklich ein Geschenk. Man hat sich zuhause gefühlt.

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Was schenken Carlo Acutis und Pier Giorgio Frassati der Kirche?

Die neuen Heiligen sind wie neues Feuer für das Land, das Gott anzündet. Viele werden noch von den beiden profitieren. Sie haben uns einiges zu sagen und berühren die Herzen. Ich habe in Rom jemanden getroffen, der den Glauben kritisch betrachtet hat. Als ich ihm von Carlo erzählt hatte, kam er plötzlich ins Nachdenken.

Wie haben Sie die Heiligsprechung persönlich erlebt?

Es war trotz der vielen Menschen eine Zeit des Gebets, da kommen mir fast die Tränen. Ich bin seit der Corona-Pandemie körperlich eingeschränkt. Darum hatte ich Angst, Alles könnte zu viel werden. Doch Gott hat gesorgt, wie ein Papa. Die ganze Liturgie durch hatte ich einen Platz im Schatten. Das hätte ich sonst gar nicht durchgehalten. Nach der Liturgie musste ich mich direkt im Hotel ausruhen. Aber nachts konnte ich auf wundersame Weise so gut schlafen wie lange nicht mehr. Heute Morgen habe ich keinen Erschöpfungszustand wahrgenommen. Das hat mich wirklich gewundert. Ich habe gemerkt: Gott hat mich da auf die Fürsprache von Carlo durchgetragen. Aus eigener Kraft hätte ich es nicht schaffen können.

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Haben Sie etwas von den prominenteren Gästen mitbekommen?

Die Mutter von Carlo habe ich gesehen, aber leider nur von der Ferne. Sie war sehr berührt, es kamen ihr zeitweise die Tränen. Auch Carlos Vater und seine Geschwister waren anwesend. Carlos Bruder Michele hat die erste Lesung vorgelesen.

Was nehmen Sie also mit?

Ich bin darin bestärkt worden, weiter Gott zu ehren und meine Berufung zu leben; bei all meiner Schwäche und Begrenztheit. Denn die sind kein Hindernis für Gott. Diese beiden Heiligen motivieren mich sehr. Gott hat ihren Herzen seine Liebe geschenkt und sie haben sie weitergeschenkt. Das hat mich total berührt. Ich wünsche mir von Herzen, mich der göttlichen Barmherzigkeit noch mehr ausliefern zu können.

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