Jugendbischof Oster: Erneuerung aus dem Herzen der Kirche

Der deutsche Jugendbischof Stefan Oster hofft, dass das Thema Jugend und Kirche neu ins Bewusstsein der Gläubigen und der Amtsträger kommt.
Oster: Kirche muss sich erneuern
Foto: Julia Steinbrecht (KNA) | „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir spüren: Es geht um eine Erneuerung aus dem Herzen der Kirche", so Oster im Gespräch mit der "Tagespost".

Der deutsche Jugendbischof Stefan Oster hofft, dass das Thema Jugend und Kirche neu ins Bewusstsein der Gläubigen und der Amtsträger kommt. Oster, der an der am Mittwoch in Rom eröffneten Bischofssynode teilnimmt unterstreicht, man solle lernen, „wie wichtig, kostbar und wertvoll junge Menschen für die Gesellschaft und unsere Kirche sind. Und dass sich jeder Einsatz dafür lohnt, dieses Bewusstsein wachsen zu lassen.“

Oster: Begleitung junger Menschen ist geistlicher Auftrag

Gegenüber der „Tagespost“ erklärte er, er hoffe auch, dass ein Bewusstsein dafür wachse dass Begleitung von jungen Menschen auch ein geistlicher Auftrag sei. Geistliche Begleitung als spezifische Form sei nicht auf diejenigen beschränkt, die überlegen, ob sie Priester oder Ordenschrist werden oder bleiben sollen.

Wörtlich erklärte der Passauer Bischof: „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir spüren: Es geht um eine Erneuerung aus dem Herzen der Kirche. Die Jugendverbände, mit denen ich zu tun habe, sind sensibilisiert für dieses Thema. Es gibt eine Offenheit für die Erneuerung – aber auch eine gewisse Hilflosigkeit – wie überall in der Kirche. Wie geht das denn eigentlich: tiefer in den Glauben hineinzufinden, sich zu erneuern, sich bekehren zu lassen? Und wenn die Hilflosigkeit spürbar ist, kommt zuerst die Frage: Also, was ,machen' wir jetzt?

Manches an der Kirche wird als Fassade empfunden

Und das erste, was man scheinbar ,machen' kann, sind dann eben die Strukturen. Aber so geht es gerade nicht mehr. Das merken wir auch an der Gestalt unserer Kirche: Manches ist auch Fassade geworden, wird von nicht wenigen als hohl empfunden. Die Frage an uns ist also, ob hinter dem, was wir tun, machen und wirken wollen, auch wirklich lebendiger Glaube gegenwärtig ist. Wenn nein, wie werden wir wieder gläubiger? Wenn ja, wie wird er authentisch erfahrbar?“

Wie die Gläubigen dazu beitragen können, dass der Heilige Geist in der Aufarbeitung der Krise der katholischen Kirche Herr des Verfahrens wird, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 04. Oktober. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT

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