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Debatte um die Kirchensteuer

Die Kirchensteuer verdunkelt den eigentlichen Zweck der Kirche als Zeugnis und Werkzeug, als Gemeinschaft auf dem Weg und als „Zeichen unter den Völkern“.
Hanke löst Debatte um Kirchensteuer aus
Foto: Julian Stratenschulte (dpa) | Kirche lebt vom Engagement vieler Menschen, ungeachtet ihrer Fähigkeiten, ungeachtet ihrer Stellung in der Gesellschaft.

Nach jüngsten Äußerungen des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke wird aktuell wieder eine intensive Debatte über die Kirchensteuer geführt. Kirchen finanzieren Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Verbände und vieles mehr. Und dies geschieht aus Kirchensteuermitteln, insgesamt rund zwölf Milliarden Euro für die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland.

Die Vielfalt der Kirchen umfasst auch Stiftungen mit eigenem Vermögen

Würde dies alles zusammenbrechen, wenn es keine Kirchensteuer mehr gäbe? Die richtige Antwort hierauf lautet: Alles nicht, manches schon. Denn sozialwirtschaftliche Betriebe wie etwa Pflegeheime und Krankenhäuser stehen von Haus aus unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und der Eigenfinanzierung.

Außerdem umfasst die Vielfalt der Kirchen eben auch Stiftungen mit eigenem Vermögen und sonstige, von Kirchenleitungen unabhängige Initiativen. Verhältnisse wie in Frankreich, wo die Unterfinanzierung von Kirche sich dann bisweilen auch am baufälligen Zustand der Kirchengebäude zeigt, sind also nicht zu erwarten.

Gerade kirchendistanzierte Menschen sehen Kirchen wie große Sozialkonzerne

Jedoch verdunkelt die Kirchensteuer den eigentlichen Zweck der Kirche als Zeugnis und Werkzeug, als Gemeinschaft auf dem Weg und als „Zeichen unter den Völkern“. Gerade kirchendistanzierte Menschen sehen Kirchen wie große Sozialkonzerne. Genau das aber ist Kirche nicht. Kirche lebt vom Engagement vieler Menschen, ungeachtet ihrer Fähigkeiten, ungeachtet ihrer Stellung in der Gesellschaft.

Es ist daher Zeit, Abschied zu nehmen vom bisherigen Modell und neue Wege zu gehen.

DT

Warum das heutige System der Kirchensteuer den nötigen Aufbruch in ein eigenverantwortlich und freudig gelebtes Christentum im 21. Jahrhundert hemmt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 31. Januar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

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Bischof Evangelische Kirche Gregor Maria Hanke Kirchensteuer

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