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Christen müssen „Hebammen der Erneuerung“ sein

Christen in der Politik verfolgen „keine verborgene Agenda“, so der slowakische Ex-Regierungschef Eduard Heger. Vielmehr würden sie dem Gemeinwohl dienen.
Der ehemalige Regierungschef der Slowakei, Eduard Heger
Foto: Ale_Mi via imago-images.de (www.imago-images.de) | Christen müssten das Licht der Welt und nicht alleine das Licht in der Kirche sein, so Eduard Heger bei dem Netzwerktreffen, weil ja die Dunkelheit des Lichtes bedürfe.

Zu sichtbarem und selbstbewusstem Engagement der Christen in der Politik haben der ehemalige Regierungschef der Slowakei, Eduard Heger, und die österreichische Parlamentarierin Gudrun Kugler ermutigt. Bei einer Veranstaltung der „Plattform Christdemokratie“ und der „Evangelischen Allianz Wien“ im österreichischen Parlament meinte Heger am Donnerstag, Christen müssten das Licht der Welt und nicht alleine das Licht in der Kirche sein, weil ja die Dunkelheit des Lichtes bedürfe.

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Gläubige Christen hätten in der Politik keine verborgene Agenda, sondern würden dem Gemeinwohl dienen. Als Beispiele nannte er die Gründerväter des vereinten Europas, Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide de Gasperi, die als gläubige Menschen allen gedient hätten. Europa brauche auch heute „dienende Anführer“.

„Praktizierende Christen leben anders“

„Praktizierende Christen leben anders“, zeigte sich die ÖVP-Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler überzeugt. Es sei statistisch nachweisbar, dass praktizierende Christen im Durchschnitt zufriedener seien, mehr Kinder hätten, leichter vergeben und verzeihen, weniger Drogen nehmen und insgesamt gesünder seien.

Geschichtlich seien es die Christen gewesen, die zur Humanisierung des Rechts beigetragen, Krankenhäuser und Universitäten gegründet, die Abschaffung der Sklaverei und der Rassentrennung vorangetrieben und die Begrenzung staatlicher Macht erwirkt hätten. „Wir waren die Motoren großer Veränderungen, aber wir haben noch viel vor uns“, so Kugler. Im aktuellen Zeitalter der Krisen brauche es eine „starke christliche Stimme“. Christen müssten gerade jetzt „Hebammen der Erneuerung“ und „Protagonisten der Veränderung“ sein.

Rund 300 Christen unterschiedlicher Konfession, darunter auch Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner, hatten sich am Donnerstagabend im Parlament zu einem Netzwerktreffen unter dem Motto „Aufbruch: Veränderung beginnt jetzt“ zusammengefunden. „Wenn wir nicht Politik machen, dann machen es andere“, meinte Jan Ledóchowski, der Gründer der „Plattform Christdemokratie“.

Christliche Politik könne Mut und Hoffnung spenden. Suha Dejmek, die für die „Plattform Christdemokratie“ wie für die „Evangelische Allianz Wien“ die Hauptorganisatorin des Treffens war, rief die Christen aller Konfessionen angesichts der aktuellen globalen Veränderungen zu „Sichtbarkeit und Einheit“ auf. Es brauche mehr bekennende Christen in der Wirtschaft, in den Medien und in der Politik.  DT/sba

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