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Altbischof Joachim Wanke beigesetzt

Mit einem feierlichen Requiem nahmen Kirche und Politik Abschied von Erfurts langjährigem Bischof Joachim Wanke. Bischof Feige erinnerte auch an seinen „legendären" Sinn für Humor.
Requiem für Bischof Wanke
Foto: Bistum Erfurt | Dem Requiem für Bischof Wanke im Langhaus des Doms wohnten mehr als 20 Bischöfe und Weihbischöfe sowie Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft bei.

Im Erfurter Mariendom ist am Samstag der frühere Bischof von Erfurt, Joachim Wanke, feierlich beigesetzt worden. Dem Requiem im Langhaus des Doms wohnten mehr als 20 Bischöfe und Weihbischöfe sowie Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft bei.

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Hauptzelebrant war der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr. Ihm standen Weihbischof Reinhard Hauke (Erfurt) und der Magdeburger Bischof Gerhard Feige als Konzelebranten zur Seite. Auch der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Fuldaer Bischof Michael Gerber, nahm stellvertretend am Requiem teil.

Zur Buße ein „Vaterunser“

In seiner Predigt würdigte Bischof Feige den Verstorbenen als klugen und guten Mann, der sich durch Weitsicht und auch seinen Humor ausgezeichnet habe. Gemeinsam habe sie ein tiefes Interesse an ökumenischen Fragen verbunden – ein Grund, warum Feige den damaligen Bischof Wanke als Mitkonsekrator zu seiner eigenen Bischofsweihe gebeten habe.

Wanke habe die Kirche auch in schwierigen Zeiten der DDR als offen und dialogbereit verstanden, so Feige weiter. Er habe stets davor gewarnt, dass Kirche kein „Interessenverein der religiös Veranlagten“ oder „Verein für ‚denkmalgeschützte Bräuche und Riten‘“ werden dürfe. Stattdessen müsse sie erkennbar aus dem Evangelium Jesu Christi leben, ihrer Tradition treu bleiben und „wo nötig auch ‚sperrig‘ gegenüber Zeittrends“ auftreten. Dabei habe Wanke die Kirche stets als lebendigen Leib Christi gesehen, mit der Einsicht, dass auch ihr „Skelett“, also der Verwaltungsapparat, eine Notwendigkeit sei.

Wankes Sinn für Humor sei legendär gewesen: Wer ihn mit „Exzellenz“ anredete, dem hätte er stets eine scherzhafte Buße von ein „Vaterunser“ verordnet. Selbst ernste Themen habe er mit einer großen Leichtigkeit und Verständlichkeit aufgreifen können. So habe er einmal gewarnt: „Auch wenn das Bratwurst-Rost ein pastorales Hilfsmittel sein kann, so habe ich manchmal Angst, dass aus den Rosten mehr Rauch aufsteigt, als Weihrauch in den Kirchen.“

Ein prägender Bischof des deutschen Ostens

Nach dem Requiem zog der Trauerzug aus dem Dom und über die Kavaten in den Kreuzgang des Mariendoms, wo Wanke seine letzte Ruhestätte fand. Musikalisch gestaltet wurde das Requiem vom Kinder- und Jugendchor am Erfurter Dom unter der Leitung von Elisabeth Lehmann-Dronke und Thomas Hofereiter und der Domschola unter der Leitung von Martin Schwabenhaus. Die Feier wurde vom Kölner „Domradio“ übertragen und vom katholischen Fernsehsender EWTN live ausgestrahlt.

Joachim Wanke gilt als einer der prägenden katholischen Bischöfe der DDR und der Wendezeit. Mit seinen Predigten und seinem dialogischen Denken trug er wesentlich zum ökumenischen Gespräch und zur friedlichen Revolution von 1989 bei.  DT/jmo

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