Im libanesischen Grenzort Al-Qaa ist auf dem sogenannten Kreuzberg eine monumentale Christusstatue errichtet worden. Die 26 Meter hohe Darstellung „Jesu, des Erlösers“ überblickt die Bekaa-Ebene und Teile des syrischen Grenzgebiets. Nach Angaben der Gemeinde soll das neue Wahrzeichen nicht nur ein sichtbares Bekenntnis des Glaubens sein, sondern sich zu einem geistlichen Zentrum mit Kirche und Pilgerstätte entwickeln.
Die Initiative geht auf den aus Al-Qaa stammenden Fadi Elias Awad zurück, der das Projekt finanziell unterstützte und gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung sowie Einwohnern des Ortes umsetzte. Die Christusfigur selbst ist 16 Meter hoch und steht auf einem zehn Meter hohen Sockel. Nach dem Willen der Initiatoren soll sie ein Zeichen der Hoffnung, des Friedens und der Standhaftigkeit setzen – in einer Region, die in den vergangenen Jahren schwer geprüft wurde.
Die Wahl des Standorts ist dabei alles andere als zufällig. Der Kreuzberg gilt den Bewohnern von Al-Qaa als Ort besonderer geistlicher und historischer Bedeutung. Zugleich erinnert er an Jahre der Bedrohung durch den Terror des „Islamischen Staates“ und an die schweren Anschläge des Jahres 2016, die den Ort tief erschütterten. Dort, wo einst Angst, Gewalt und Unsicherheit herrschten, soll nun bewusst ein christliches Zeichen der Zuversicht aufgerichtet werden.
Al-Qaa liegt im Distrikt Baalbek-Hermel unmittelbar an der Grenze zu Syrien. Die Region gehört zwar nicht zum Schwerpunkt der gegenwärtigen israelischen Bodenoffensive, die sich vor allem auf den Süden des Libanon konzentriert. Gleichwohl bleibt auch der Osten des Landes von der kriegerischen Eskalation nicht unberührt. In den vergangenen Wochen wurde wiederholt von Luftangriffen im weiteren Raum der Bekaa berichtet. Für Al-Qaa selbst liegen derzeit jedoch keine Hinweise auf israelische Bodentruppen oder größere direkte Angriffe vor.
Gerade vor diesem Hintergrund erhält das Projekt eine über den Ort hinausweisende Bedeutung. Die erhobenen Arme der Christusstatue, die über Ebene und Grenze blicken, werden von vielen Einwohnern als Ausdruck des Schutzes und der Hoffnung verstanden. In einer Zeit regionaler Unsicherheit setzt Al-Qaa damit ein bewusst christliches Zeichen.
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