Wann kommt Jens Söring frei?

Seit fast drei Jahrzehnten sitzt Jens Söring in Amerika in Haft. Dem 52-jährigen Diplomatensohn wird ein Doppelmord zur Last gelegt. Eine deutsche Religionslehrerin kämpft für seine Freilassung.

Jens Söring
Ein Deutscher im amerikanischen Gefängnis: Jens Söring. dpa Foto: Foto:

Zehn Bücher in 32 Jahren, von denen das jüngste sogar den Preis einer katholischen Vereinigung in den USA erhalten hat. Das ist die Bilanz, auf die Bernadette Fabers Schützling zurückblickt. Eigentlich eine beeindruckende Bilanz, wären die Bücher nicht dort entstanden wo sie entstanden sind, im Hochsicherheitstrakt einer Strafanstalt im US-Bundesstaat Virginia.

Ein Schriftsteller hinter Gittern – Ist er unschuldig?

Der Autor, Jens Söring, geboren 1966 in Thailand als Sohn eines deutschen Diplomaten, sitzt seit Beginn der neunziger Jahre dort ein; zunächst war er vier Jahre in London inhaftiert, bevor ihn die britischen Behörden in die USA überstellten, wo er angeklagt und am 21. Juni 1990 zu lebenslanger Haft wegen Doppelmordes an einem Industriellenehepaar verurteilt wurde; eine Tat, die er zunächst gestanden hatte und später widerrief, was ihn jedoch nicht vor der Verurteilung bewahrte.

Viele bemühen sich seit Jahren um Jens Sörings Freilassung

Söring hatte seine angebliche Mittäterin, eine junge Frau aus gutem Hause, auf dem Campus seiner Uni kennen und lieben gelernt. Später bezichtigte sie ihn, ihre Eltern ermordet zu haben. Söring behauptet bis heute, das Geständnis nur abgelegt zu haben, um seine damalige Freundin und angebliche Anstifterin vor der Todesstrafe zu bewahren. Er wähnte sich in der Annahme, dass ihn die diplomatische Immunität seines Vaters vor strafrechtlicher Verfolgung schützen würde, was jedoch nicht der Fall war, da dieses Privileg nur Botschaftsangehörige haben. Eine Armada aus Anwälten, engagierten Bürgern und PR-Beratern bemüht sich seit Jahren um Sörings Freilassung.

Die ebenso spannende wie bewegende Geschichte von Jens Söring und einer Religionslehrerin in Deutschland, die für seine Freilassung kämpft, lohnt eine genaue Betrachtung. Lesen Sie deshalb den informativen und einordnenden Beitrag von Benedikt Vallendar in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 6. September. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT (jbj)