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Türkei inhaftiert Priester wegen „Unterstützung von Terroristen“

Weil er Mitgliedern der illegalen PKK Brot und Wasser gab, wird ein Priester des Klosters Sankt Jakob in Nusaybin von der türkischen Justiz verfolgt. Der wehrt sich: „Ich gebe jedem zu essen, der an meine Tür kommt – wer auch immer er ist.“
Kurden-Proteste in Brüssel
Foto: Stephanie Lecocq (EPA) | Die PKK führt seit den 70er Jahren einen bewaffneten Kampf für die Loslösung der kurdischen Gebiete vom türkischen Staat. Im Bild: Kurdenproteste in Brüssel.

Türkische Behörden haben einen syrisch-orthodoxen Priester aus dem kurdischen Nusaybin verhaftet, weil er Mitgliedern der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Wasser und Brot gegeben hat. Pater Sefer Bileçen vom Kloster des Heiligen Jakob von Nisibis wird außerdem angeklagt, den Behörden nicht rechtzeitig die Identitäten der Männer gemeldet zu haben, obwohl er wusste, dass es sich um Anhänger einer illegalen Gruppe handelte. Der Ort Nusaybin/Nisibis liegt im Grenzgebiet zu Syrien und wird mehrheitlich von Kurden bewohnt.

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Beschuldigt, einer terroristischen Organisation anzugehören

Der Priester war bereits am 9. Januar zusammen mit anderen Christen festgenommen worden, allerdings wenige Tage darauf ohne Anklage freigelassen worden. Am 16. Januar wurde er neuerlich festgenommen. Dabei wurde er beschuldigt, einer terroristischen Organisation anzugehören. Ein Zeuge hatte gegen Pater Bileçen ausgesagt, dass dieser im Jahr 2018 Brot und Wasser an die kurdischen Separatisten gegeben hätte. Die Behörden werteten das als „Hilfe und Begünstigung“ von Terroristen. Am 19. März muss sich der Priester vor Gericht verantworten. Sollte er für schuldig befunden werden, drohen ihm mindestens siebeinhalb Jahre Haft.

Pater Bileçen streitet die Hilfeleistung nicht ab, betont aber, dass diese keinen politischen Hintergrund gehabt hätte, sondern allein religiösen Überzeugungen entsprächen. „Ich gebe jedem zu essen, der an meine Tür kommt – wer auch immer er ist. Ich muss dies so tun, weil das meine Religion und meine Philosophie verlangt“, sagte der Priester über seinen Anwalt. „Und da ich ein Priester bin, darf ich nicht lügen. Ich habe das nicht getan, um eine Organisation zu unterstützen, sondern meines Glaubens wegen.“ Pater Bileçen betonte außerdem, dass er das Kloster nie verlasse.

Mehr als 30.000 Todesopfer im türkisch-kurdischen Konflikt

Die PKK führt seit den 70er Jahren einen bewaffneten Kampf für die Loslösung der kurdischen Gebiete vom türkischen Staat. Sie besitzt Schwesterorganisationen in den angrenzenden Ländern mit kurdischen Minderheiten, so im Irak, im Iran und in Syrien. Ihr nominelle Anführer Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 in lebenslanger Haft. Der türkisch-kurdische Konflikt forderte nach Schätzungen bisher mehr als 30.000 Todesopfer. In Deutschland und der Mehrheit der westlichen Länder wird die PKK als Terrororganisation eingestuft.

DT/mga

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