WIEN/LYON

Karl Wallner würdigt „Mutter der Weltmission“

Die Päpstlichen Missionswerke seien keine Erfindung vatikanischer Strategen, sondern „entspringen dem Charisma und Genie einer jungen Frau“, so Österreichs Missio-Chef.
Pauline Jaricot
Foto: Missio Österreich | Was Paulines Originalität von Jugend an ausmacht, ist die Tatsache, dass sie sich nie über die anderen stellt. Sie spannt diejenigen, die sie unterstützt, in ihre Werke ein.

Die Französin Pauline Marie Jaricot, die am 22. Mai 2022 in Lyon seliggesprochen wird, sei die „Mutter der Weltmission“, meint der Nationaldirektor von Missio Österreich, Pater Karl Wallner. Die Päpstlichen Missionswerke seien nicht die Erfindung vatikanischer Strategen, sondern sie „entspringen dem Charisma und Genie einer jungen Frau, die eine einfache Gläubige, eine Laiin war“, schreibt der bekannte Heiligenkreuzer Zisterzienser in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der „Tagespost“.

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Die Welt verändert

Pauline Marie Jaricot habe Welt und Kirche nachhaltig verändert: Vor einem vollen Jahrhunderthabe es nur 220 Millionen Katholiken weltweit gegeben, heute sei die Weltkirche auf 1,34 Milliarden Katholiken angewachsen. Der Tochter eines reichen Lyoner Seidenfabrikanten sei es gelungen, durch ihre Gründungen 2,4 Millionen Franzosen dazu zu bewegen, täglich ein Gesätzchen Rosenkranz missionarisch zu beten und kleine Beträge für die Weltmission zu spenden. Das von ihr angestoßene Missionswerk sei darum 1922 von Papst Pius XI. „päpstlich“ gemacht worden.

Mutter der Mission

Die 1799 in Lyon geborene Pauline Marie Jaricot habe eine „universalkirchliche Bedeutung entfaltet, ohne je ihre Stadt verlassen zu haben“, schreibt Karl Wallner.

Die Überzeugung, dass jeder Gläubige durch Gebet und Opfer einen Beitrag leisten kann und muss, um die Fernen in die Kirche zu holen, sei das Motiv ihrer Handlungen gewesen. Wallner weiter: „Durch Pauline entstand ein neuer Typ von Weltmission, der frei ist vom bitteren Beigeschmack der Kolonisation oder der ‚Zivilisation von Wilden‘. Ihr geht es um die Weitergabe der Liebe Christi an die Menschen in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika.

Sie ist die Mutter der Weltmission, weil durch sie Mission nicht bloß als Sorge einiger weniger kirchlicher Verantwortungsträger gesehen wird. Vielmehr vereint sich das ganze Volk Gottes täglich im Gebet des Lebendigen Rosenkranzes und in regelmäßigen kleinen Spenden, um die Weltmission zu unterstützen.“ DT/sba

Lesen Sie den vollständigen Beitrag von Pater Karl Wallner über die neue Selige und Mutter der Weltmission am Donnerstag in der „Tagespost“.

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