Der kirchliche Schrumpfungsprozess geht in Österreich langsam, aber kontinuierlich weiter: Laut der am Mittwoch veröffentlichten Kirchenstatistik der Österreichischen Bischofskonferenz für das Jahr 2025 leben in Österreich 4.488.101 Katholiken. Im Jahr 2024 waren es laut amtlicher Statistik 4.557.471. Bei 9,22 Millionen Einwohnern stellen die Katholiken nun nur mehr 48,6 Prozent der Wohnbevölkerung. Das hat auch demografische Gründe, denn die absolute Zahl der Kirchenaustritte ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen: 2025 traten 66.930 Personen aus der katholischen Kirche aus, verglichen mit 71.531 im Jahr 2024 und 85.163 im Jahr 2023. Im Vorjahr wurden 5.449 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen; die amtliche Statistik weist darunter auch 359 Erwachsenentaufen aus.
Leicht gesunken ist 2025 die Zahl der Gottesdienstbesuche. An den beiden Zählsonntagen wurden 359.561 und 378.278 Mitfeiernde gezählt. An gewöhnlichen Sonntagen gehen also nur acht bis 8,5 Prozent der Katholiken zur Messe. 2024 waren es 366.210 und 378.797 Mitfeiernde. Rund eine halbe Million Menschen sehen in Österreich jeden Sonntag einen Gottesdienst über Fernsehen, Radio oder Internet. Die Zahl der Taufen lag 2025 bei 35.259. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 36.705 Taufen. Auch die Zahl der Trauungen ist zurückgegangen. 6.678 Paare ließen sich 2025 kirchlich trauen; im Jahr zuvor waren es 7.537. In der amtlichen Statistik wurden 42.322 Erstkommunionen verzeichnet; ein Rückgang im Vergleich mit 2024, als es noch 45.685 waren.
Etwas weniger Priester, etwas mehr Geld
Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester betrug 2025 laut der amtlichen Statistik 3.171 und ist damit wieder leicht gesunken. Diese Zahl umfasst 1.566 Diözesanpriester, 447 ausländische Priester und 1.158 Ordenspriester. Dazu kommen noch weitere 150 Diözesanpriester aus Österreich, die in anderen Ländern der Welt ihren priesterlichen Dienst ausüben. Leicht gestiegen ist die Zahl der Ständigen Diakone, von denen die amtliche Statistik 777 aufweist. Für die Ordensfrauen in Österreich weist die Statistik 2.412 Schwestern aus; auch diese Zahl nimmt beständig leicht ab.
Dagegen können die Finanzen der österreichischen Diözesen einen Anstieg verzeichnen. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen, nämlich 71 Prozent, stammt aus dem Kirchenbeitrag: 2025 waren es 552,2 Millionen Euro; 2024 lagen die Kirchenbeiträge bei 539,4 Millionen Euro. Der Großteil der Budgets sichert die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht 2025 für die Pfarreien und die pastoralen Aufgaben insgesamt 492,6 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von 62,4 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.
2025 verzeichneten die Diözesen Österreichs Gesamteinnahmen in Höhe von rund 775,3 Millionen Euro. Dem stehen Aufwendungen von rund 789,7 Millionen Euro gegenüber. Die staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden machen rund 67,2 Millionen Euro und somit 8,7 Prozent an den Einnahmen aus. Die restlichen 155,8 Millionen Euro und damit 20,1 Prozent der Einnahmen stammen aus der Vermögensverwaltung, aus Vermietungen, Leistungen, Subventionen und sonstigen Erträgen. DT/KAP/sb
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