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Vatikan enthebt Erzbischof aus Guam seines Amtes

Der unter Missbrauchsverdacht stehende frühere Erzbischof von Agaña auf Guam, Anthony Sablan Apuron, ist vom Gericht der vatikanischen Glaubenskongregation des Amtes enthoben worden.
Anthony Sablan Apuron
Foto: Paul Haring (KNA) | Anthony Sablan Apuron am 22. Oktober 2012 im Vatikan.

Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, befand ein Strafgerichtstribunal von fünf Kirchenrichtern Apuron "einiger Anklagepunkte" für schuldig. Um welche Tatbestände es sich handelt, gab die Glaubensbehörde nicht bekannt. Der 72-Jährige, der seit Juni 2016 beurlaubt ist, wurde zudem mit einem Aufenthaltsverbot in seinem früheren Bistum belegt. Apuron kann in die Berufung gehen. Wenn er darauf verzichtet, wird das Urteil rechtskräftig.

Mehrere ehemalige Messdiener hatten Apuron laut Medienberichten vorgeworfen, er habe sie als Gemeindepriester in den 70er Jahren sexuell missbraucht. Apuron, seit 1986 Erzbischof auf der Urlaubsinsel im Westpazifik, bestritt dies und lehnte einen Rücktritt ab. Papst Franziskus ernannte am 31. Oktober 2016 den US-Amerikaner Michael Jude Byrnes, bislang Weihbischof in Detroit, zum Koadjutor-Erzbischof für Agaña.

Die Beurlaubung Apurons erfolgte kurz nach einem Erlass von Papst Franziskus Anfang Juni 2016. Die rechtliche Neuerung sah die Absetzung eines Bischofs vor, der sich einer schweren Sorgfaltspflichtverletzung beim Vorgehen gegen Missbrauch Minderjähriger oder schutzbedürftiger Erwachsener schuldig macht. Die Regelung trat im September 2016 in Kraft. Im Februar 2017 entsandte Franziskus den US-amerikanischen Kardinal Raymond Leo Burke zu Ermittlungen im Fall Apuron nach Guam.

Guam ist die größte Insel des Marianen-Archipels im Westpazifischen Ozean. Sie ist ein nichtinkorporiertes Territorium der USA.

KNA / jbj

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