Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung „Geschaffen, erlöst und geliebt"

Protest gegen queeres Schul-Dokument

Eine Initiative überreicht 28.000 Unterschriften gegen die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz zur „Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule“.
Petition an Bischof Timmerevers
Foto: Martin Roscher | Martin Roscher (rechts) von der katholischen Initiative Certamen e. V. übergibt gemeinsam mit weiteren Mitstreitern die Petitionsliste mit über 28.000 Unterschriften an Bischof Timmerevers, der nicht im Bild zu sehen ...

Das von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichte Dokument „Geschaffen, erlöst und geliebt. Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule“ hat massiven Widerspruch geerntet: Die katholische Initiative Certamen e. V. hat 28.000 Unterschriften für die Rücknahme des Dokuments gesammelt. Diese wurden in Dresden am vergangenen Sonntag Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) übergeben, der als Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz maßgeblich für die kontroverse Handreichung verantwortlich ist.

Lesen Sie auch:

Schon Bischof Oster legte Widerspruch ein

Das kritisierte Dokument spricht unter anderem davon, dass es sich bei „homo-, bi- oder asexuellen Orientierungen“ um „Normvarianten menschlicher Liebesfähigkeit“ handele, und definiert „Transgeschlechtlichkeit“ als „Inkongruenz zwischen dem bei der Geburt vorfindlichen biologischen Geschlecht und dem gegenläufigen Geschlechtsempfinden“. Öffentlich distanziert von dem Schreiben hatte sich der Passauer Bischof Stefan Oster. Er kritisierte vor allem die bereits vom Titel suggerierte These, jeder sei, so wie er ist, auch schon erlöst. Dagegen setzte Oster den Satz: „Gott liebt Dich, wie Du bist – aber er will nicht, dass Du bleibst, wie Du bist.“

Sorge um katholische Anthropologie

Die Organisatoren der Petition stellten die katholische Anthropologie in den Mittelpunkt ihrer Kritik: Mit ihrer Unterschriftenliste richteten sie „sich gegen eine Anthropologie innerhalb der Handreichung, die das biblische Menschenbild der Zweigeschlechtlichkeit (Gen 1,27) zugunsten einer soziologischen Selbstdefinition relativiert.“ Zugleich seien sie von der „Sorge um das Seelenheil der Kinder und Jugendlichen an katholischen Schulen, die einen Anspruch auf die unverkürzte Wahrheit Christi haben“, motiviert.

Kein Akt der Rebellion

Ausdrücklich wollten die Initiatoren ihren Protest als brüderliche Korrektur verstanden wissen. Daniel Hager, der erste Vorsitzende von Certamen e. V., erklärte: „Wir treten hier nicht als Rebellen auf, sondern als treue Söhne der Kirche, denen angesichts der aktuellen Entwicklungen das Herz blutet.“

Neben den Unterschriften wurden Bischof Timmerevers auch fünf lehramtliche Fragen übermittelt, die laut Certamen bereits früher an den Bischof geschickt worden, aber bisher unbeantwortet geblieben waren. Die Fragen betreffen unter anderem das Verhältnis von Schöpfungsordnung und Gender-Definition, das Sakrament der Ehe zwischen Mann und Frau und das Erziehungsrecht der Eltern, ihre Kinder frei von Genderideologie zu erziehen.  DT/sost

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung

Kirche

Ein ehemaliger Schüler der Ordensschule Notre-Dame de Bétharram behauptet, von Bischof Pierre-Marie Théas sexuell missbraucht worden zu sein. Zu Ermittlungen wird es wohl nicht kommen.
21.09.2026, 06 Uhr
Meldung
Nachdem die Szene im Internet als eucharistisches Wunder gedeutet wurde, stellt Pfarrer Brent Bowman klar: Er habe eine „persönliche geistliche Erfahrung“ gemacht.
18.09.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit, davon spricht das Gleichnis vom Weinberg. Denn Gottes Barmherzigkeit funktioniert anders als menschliche Gerechtigkeit.
19.09.2026, 21 Uhr
Margarete Strauss
Trump beruft Bischof Barron in die Kommission für internationale Religionsfreiheit. Das lässt hoffen, dass er die oft so befremdlich agierende US-Regierung mit Augenmaß zum Nachdenken anregt.
18.09.2026, 11 Uhr
Regina Einig