Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Regensburg

„Ein halbes Leben gibt es nicht“

Freude am Glauben beginnt mit eindrücklichen Appellen für den Lebensschutz.
Voderholzer bei "Freude am Glauben"
Foto: Armin Weigel (dpa) | „Wir sind der Überzeugung, dass das menschliche Leben auch in Krankheit und Alter sinnvoll und schützenswert ist“, so der Regensburger Bischof Voderholzer.

Zum Auftakt des Kongresses „Freude am Glauben“ hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer den Gläubigen eindringlich die Würde der Gotteskindschaft und den Wert des Lebens ins Gedächtnis gerufen. Beim Pontifikalamt im Regensburger Dom sagte er: „Wir betrachten jeden Menschen unabhängig von allem, was er macht oder denkt, als Gottes geliebtes Kind.“

Lesen Sie auch:

Auch betrachteten Christen demnach jedes Kind als ein Wunder und ein Gottesgeschenk, welches das Lebens seiner Eltern zwar nicht einfacher, aber wärmer, reicher und sinnvoller mache. Jeder Mensch trage den Funken des Göttlichen in sich und könne Erfüllung erfahren. „Wir sind der Überzeugung, dass das menschliche Leben auch in Krankheit und Alter sinnvoll und schützenswert ist“. Voderholzer ermutigte zu einer viel größeren Wertschätzung der Familie: Die Kirche stehe mit großem Einsatz für ein „flächendeckendes Angebot an Beratung und Hilfe“, die in Not geratenen Müttern jede nur erdenkliche Unterstützung anbieten.

Augsburger Bischof Meier: Den Spieß umdrehen

Auch der Augsburger Oberhirte Bertram Meier fand klare Worte zum Lebensschutz. Im Hinblick auf die Forderung von ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp nach einem flächendeckenden Angebot von Möglichkeiten, Ungeborene abzutreiben, erklärte der Bischof, anfangs habe er sich darüber geärgert, sich aber dann vorgenommen, den Spieß umzudrehen und sich nicht mehr zu ärgern: Er wolle bei sich selbst anfangen und einen Vorsatz fassen: Als Bischof wolle er sich für das Evangelium des Lebens einsetzen. „Wo es um Leben und Tod geht, gibt es keinen Kompromiss. Ein halbes Leben gibt es nicht“. Es sei allerdings, so Bischof Meier, „zu wenig, wenn sich nur einige Bischöfe und einige engagierte Frauen und Männer für den Schutz des Lebens einsetzten: Diese fühlten sich oft „wie einsame Johannesse in der Wüste“.

Wörtlich sagte der Augsburger Oberhirte: „Wir brauchen Sie, liebe Schwestern und Brüder! Machen Sie nicht nur den Mund auf, sondern zeigen Sie, dass Leben, auch wenn es menschlich gesehen schwierig werden könnte, oft zu einer großen Freude führt, wenn es ausgetragen wird“. Seine große Sorge sei, dass das Angebotsnetz für Abtreibungen Schule mache nach der Maxime „wie am Anfang, so am Ende“ und vielleicht aufgefordert werde, ein flächendeckendes Netz für assistierten Suizid einzurichten. „Gott möge es verhüten“ schloss Meier seine Überlegungen.  DT/reg

Lesen Sie weitere Hintergründe zum Kongress „Freude am Glauben“ in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

Themen & Autoren
Vorabmeldung Bertram Meier Glaube Lebensschutz Rudolf Voderholzer

Weitere Artikel

Hochsensibilität ist keine Schwäche, sondern Gabe: Ein feines Gespür für die Welt, das zugleich herausfordernd und bereichernd sein kann.
11.01.2026, 15 Uhr
Susanne Hartfiel
Delia Walter erfuhr mit 13, dass sie aus einer Vergewaltigung entstanden ist. Sie ließ sich als Jugendliche taufen und will für Gottes Führung in ihrem Leben Zeugnis geben.
22.02.2026, 13 Uhr
Matthias Chrobok
Junge Menschen sehnen sich nach Gott. Deswegen ist es wichtig, dass sie in ihrem Alltagsleben mit dem Glauben konfrontiert werden. Wie kann das gelingen?
18.11.2025, 07 Uhr
Klara Nenninger

Kirche

Das Heilige Jahr hielt den Papst in Rom, doch jetzt bricht er auf: Afrika und Spanien sind die ersten Ziele.
04.03.2026, 14 Uhr
Guido Horst
Das Programm des Katholikentags steht fest. Podien werden ohne AfD-Vertreter stattfinden, Wählern der Partei wolle man aber Gesprächsmöglichkeiten bieten, so ZdK-Präsidentin Stetter-Karp.
03.03.2026, 15 Uhr
Maximilian Lutz
Von Benedikt, Augustinus und Teresa von Ávila lernen: Der Internationale Kongress der katholischen Hochschulen Spaniens ermutigt zur pädagogischen Umkehr.
28.02.2026, 19 Uhr
Regina Einig