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Irland schafft „Taufbarriere“ für katholische Schulen ab

Ab September 2019 dürfen katholische Schulen in Irland getauften Bewerbern bei der Platzvergabe nicht mehr den Vorzug geben. Während der irische Bildungsminister dies als historischen Schritt sieht, kommt Widerstand von Seiten der irischen Bischöfe.
Ring of Kerry
Foto: Harald Oppitz | Die Westküste von Irland ist durch Wind und Meer stark zerklüftet. Bunte Häuser stehen an einem Ufer.

Katholische Schulen in Irland dürfen getauften Bewerbern bei der Vergabe ihrer Plätze nicht mehr den Vorzug vor nicht getauften geben. Das hat die irische Regierung beschlossen. Berichten der „Irish Times“ zufolge soll die sogenannte „Taufbarriere“ an katholischen Grundschulen ab September 2019 abgeschafft werden. Diese Regelung hatte es katholischen Schulen bisher erlaubt, getaufte Bewerber bevorzugt aufzunehmen.  Die neue Regel greift jedoch nur an Schulen, deren Bewerberzahl die zur Verfügung stehenden Plätze um mindestens 20 Prozent übersteigt. In Irland sind 90 Prozent der Grundschulen in katholischer Trägerschaft.

Der irische Bildungsminister Richard Bruton bezeichnete den Schritt als „historisch“ und betonte, dass er darauf abziele, die Rechte von nicht Getauften, Katholiken und religiösen Minderheiten auszubalancieren. „Es ist unfair, dass ein nicht getauftes Kind bei der Zulassung zur örtlichen Schule den Nachteil gegenüber einem getauften hat, das weiter entfernt wohnt“, so Bruton. Eltern sollten sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, ihr Kind zu taufen, damit es die örtliche Schule besuchen kann.

Die irischen katholischen Bischöfe hatten bereits vor einiger Zeit angekündigt, gegen die geplanten Änderungen mit juristischen Mitteln anzukämpfen. Manch einem katholischen Schulkind könne in Zukunft ein Platz in seiner örtlichen katholischen Schule verweigert werden, so die Argumentation der Bischöfe.

DT/mlu

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