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Die Demokraten können sich nur selbst schlagen

Eigentlich haben die Demokraten gute Chancen, bei den US-Zwischenwahlen den Kongress zurückzuerobern. Doch der radikale, antiisraelische Flügel hängt ihnen wie ein Klotz am Bein.
Der aussichtsreiche demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed
Foto: IMAGO/imageBROKER/Jim West (www.imago-images.de) | Der aussichtsreiche demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed spricht auf der 63. Jahrestagung der Islamic Society of North America. Er ist einer derjenigen, die im Wahlkampf mit massiver Israelkritik auffiel.

Ein selbstverschuldeter Krieg gegen den Iran, steigende Energiepreise, allgemein hohe Lebenshaltungskosten – und ein Präsident, der mehr damit beschäftigt zu sein scheint, sich eigene Denkmäler zu bauen, als die Sorgen und Nöte der Bürger ernst zu nehmen: Drei Wochen vor den wichtigen Zwischenwahlen scheinen die fetten Jahre, die Donald Trumps Wiederwahl versprach, für die US-Republikaner schon wieder vorbei zu sein. Die Demokraten können sich gute Chancen ausrechnen, der Präsidentenpartei die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses abzuluchsen.

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Doch die Demokraten wären nicht die Demokraten, wenn sie es nicht schaffen würden, sich selbst immer wieder den eigenen Schwung zu nehmen. Die größte Hürde für ein gelungenes Abschneiden Anfang November stellen nicht die oft plan- und gesichtslosen republikanischen Gegenkandidaten dar: Es ist der lautstarke Flügel der radikal linken, antiisraelischen  Vertreter, der bei der Abstimmung wie ein Klotz am Bein der Partei hängen dürfte.

Ein Demokrat mit Verbindung zu umstrittenen Influencer Hasan Piker

In den parteiinternen Vorwahlen setzten sie sich oft durch: Politiker, die sich nicht klar von antiisraelischen Parolen distanzieren und beste Kontakte ins antisemitische Vorfeld pflegen, etwa zu Hasan Piker. Für seine Verbindung zu dem umstrittenen Influencer steht besonders der Demokrat Abdul El-Sayed in der Kritik, der den Staat Michigan künftig im Senat vertreten könnte. Zudem scheinen einige Repräsentanten eines radikal linken Kurses noch immer nicht verstanden zu haben, dass man mit Positionen, die auch nur ansatzweise das Schreckgespenst des Sozialismus heraufbeschwören, in den USA auf nationaler Ebene einfach keinen Blumentopf gewinnen kann. Für die Republikaner ist das ein Geschenk, treiben ihnen diese Kandidaten Wähler zu oder verschrecken zumindest die Moderaten.

So könnten die Zwischenwahlen das ganze Dilemma des Richtungsstreits innerhalb der Demokraten offenbaren: In den Vorwahlen lässt sich die Partei einlullen von Charisma, Charme und Medienaffinität des radikaleren Nachwuchses. Nationale Wahlen werden jedoch in der Mitte gewonnen, nicht durch Verharren in der eigenen Blase. Eine von manchen beschworene „blaue Welle“, also ein Erdrutschsieg der Demokraten, wäre daher eine Überraschung. Wenn die Demokraten am Ende auf die Siegerstraße einbiegen, dürften sie dies vormaligen Trump-Wählern zu verdanken haben, die aus Enttäuschung am Wahltag einfach zuhause bleiben.

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Maximilian Lutz Donald Trump Influencerinnen und Influencer

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