Finanzielle Belastungen und Sorgen um die Zukunft gelten für viele Menschen in Deutschland als wesentliche Gründe gegen die Gründung einer Familie. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hervor, für die mehr als 2.000 Erwachsene durch das Meinungsforschungsinstitut GfK befragt wurden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht ein fehlender Kinderwunsch, sondern vor allem Unsicherheit über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Entscheidung gegen Kinder beeinflusst.
Nach Angaben der Stiftung sehen rund zwei Drittel der Befragten die hohen Kosten von Kindern als zentrales Hindernis. Fast sechs von zehn nennen Zweifel an den Zukunftsperspektiven kommender Generationen als Grund, und über die Hälfte die Einschätzung, dass Familien von staatlicher Seite nicht ausreichend unterstützt werden. Ebenfalls häufige Motive sind der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit.
Berufliche Gründe verlieren an Bedeutung
Im Vergleich zu einer Erhebung vor zehn Jahren haben sich die Gründe verschoben: Sorgen um die Zukunft von Kindern werden heute um 13 Prozentpunkte häufiger genannt als 2016, Kritik an den politischen Rahmenbedingungen um 14 Prozentpunkte häufiger. Dagegen verlieren berufliche Gründe an Bedeutung: So sehen zwölf Prozentpunkte weniger der Befragten Karriereziele und acht Prozentpunkte weniger die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als entscheidende Hürde für die Familiengründung.
Die Untersuchung verweist zudem auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen nennen häufiger das Fehlen eines geeigneten Partners als Grund gegen eine Familiengründung. Männer geben dagegen öfter an, berufliche Ziele hätten Vorrang.
Nach Angaben der Stiftung sank die Geburtenrate in den vergangenen zehn Jahren von 159 auf 135 Kinder je 100 Frauen. DT/sha
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