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Kommentar um "5 vor 12": Ein Anwalt spiritueller Musik

Der am Montag verstorbene Ennio Morricone war Römer, Komponist und Katholik. Der Gregorianische Gesang galt für ihn als vitale Tradition der Kirche.
Der verstorbene Ennio Morricone war Römer, Komponist und Katholik.
Foto: Luca Bruno (AP)

Ennio Morricone war nicht nur ein großer Komponist des 20. Jahrhunderts. Morricone war auch ein Katholik, den mit der Kirche mehr verband als das Sujet des Glaubens in manchem Film. Wer Roland Joffres „Mission“ gesehen und die nahezu ätherischen Töne im Finale gehört hat, während ein jesuitischer Priester der Welt trotzend die Monstranz an Leichen und Feuer vorbeiträgt, der weiß, dass Morricones Musik eine tiefere Spiritualität zugrunde lag.

Mit Gottes Hilfe eine gute Komposition schreiben

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Wenn er komponiere – so Morricone gegenüber Edward Pentin – dann denke er nicht an religiöse Dinge, außer, das Thema seiner Komposition habe religiösen Bezug. Aber: „Ich denke, dass Gott mir hilft, eine gute Komposition zu schreiben, doch das ist eine ganz andere Geschichte.“ Der Glaube prägte Morricones demütigen Charakter. Eher unbekannt sind bis heute seine geistlichen Kantaten oder seine Papstmesse, die er noch unter dem Pontifikat Benedikts XVI. begann und 2015 uraufführte. 

Benedikt rechnete der Komponist außerdem die Korrektur „liturgischer Fehler“ an. Zeit seines Lebens äußerte er seine Liebe zur Gregorianik. Profane Musik dürfe nicht mit religiösen Worten in der Kirche vermischt werden. Im Zeitalter von Gitarrenspiel und liturgischem Tanz war Morricone damit ein erzreaktionärer Traditionalist. Womöglich sollte die Kirche wenigstens in diesem Fall auf ihre Laien hören.

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Marco Gallina

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