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Aus dem Nebel ins Licht?

Das Kölner Missbrauchsgutachten ist ein erster und wichtiger Schritt. Schwer nachzuvollziehen ist, dass es von einigen Seiten sofort wieder kleingeredet wird. Der Sache der Aufklärung ist das nicht dienlich.
Woelki-Gutachten zu Missbrauch im Bistum Köln
Foto: Ina Fassbender (AFP Pool) | Das Gutachten der Kölner Juristen ist das erste, das Verantwortlichkeiten und Pflichtverletzungen auch dort benennt, wo Kleriker betroffen sind, die noch in Amt und Würden stehen.

Auf mehr als 800 Seiten hat der renommierte Strafrechtsprofessor Björn Gercke mit seinem Anwaltsteam versucht, Licht in den dichten Nebel aus Taten und Vertuschungen im Missbrauchssumpf der katholischen Kirche im Erzbistum Köln zu bringen. Das Gutachten der Kölner Juristen ist das erste, das Verantwortlichkeiten und Pflichtverletzungen auch dort benennt, wo Kleriker betroffen sind, die noch in Amt und Würden stehen.

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Endlich werden Namen genannt

Anders als im Berliner Gutachten findet man hier zu den von der Kanzlei ermittelten Pflichtverletzungen, die methodisch nachvollziehbar kategorisiert sind, Namen. Das ermöglicht dem vielgescholtenen Kölner Kardinal jetzt ein umgehendes Handeln mit der Amtsenthebung eines Weihbischofs und seines Offizials.

Der Gutachterauftrag bestand nicht darin, ethische Leitplanken zu definieren und moralische Entrüstung zu kanalisieren. Das ausschließlich mit den juristischen Methoden der Subsumption von Sachverhalten unter bestimmte Tatbestände angelegte Gutachten sollte Verstöße gegen Amts- und Dienstpflichten aufdecken. Das hat es geleistet.

Objektiv aufklären oder den Kardinal beschädigen?

Selbstverständlich ist das erst ein Anfang und es wird lange dauern, aus dem diffusen Nebel ins helle Licht zu gelangen. Ob das bei der unterirdischen Aktenführung, die dem Erzbistum über die Jahrzehnte attestiert wurde, überhaupt möglich sein wird, erscheint fraglich. Das Gutachten ist aber ein erster und wichtiger Schritt.

Schwer nachzuvollziehen ist, dass es von einigen Seiten sofort wieder kleingeredet wird. Das erweckt den Anschein, als sei es den Kritikern vielfach nicht um ein objektives Gutachten gegangen, sondern darum, den Kölner Kardinal zu beschädigen. Der Sache der Aufklärung ist das nicht dienlich. 

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Heinrich Wullhorst Erzbistum Köln Kardinäle

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