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BKU-Chef Hemel: Webfehler in Finanzverwaltung der Kirche

Durch die Vermischung von seelsorglich-spirituellen Aufgaben mit den Aufgaben der Finanzverwaltung gerate jeder Bischof in einen inneren Konflikt, so Ulrich Hemel.
Finanzskandal in Eichstätt sorgt für Debatte
Foto: Armin Weigel (dpa) | Die Autoren eines Berichts zum Finanzskandal im Bistum Eichstätt sprechen von massiven strukturellen Problemen, die sie als „System Eichstätt“ bezeichnen.

Der Vorsitzende des Bundes katholischer Unternehmer, Ulrich Hemel, ist nicht überrascht von den Ergebnissen des Prüfberichts zum Eichstätter Finanzskandal. Die Autoren des Berichts sprechen von massiven strukturellen Problemen, die sie als „System Eichstätt“ bezeichnen. Im Gespräch mit der "Tagespost" gibt Hemel den Autoren recht, dass es einen Webfehler im System der Finanzverwaltung in der katholischen Kirche in Deutschland gebe. Der Begriff „System Eichstätt“ sei richtig, wenn er sich nur auf die Diözese beziehe, so Hemel. „Andererseits ist er unzureichend, denn es gibt sehr viele Bistümer, bei denen es ähnlich laufen kann.“

Vermischung von Seelsorge und Finanzverwaltung führe zu inneren Konflikten

Den „Webfehler“ im System definiert BKU-Chef Hemel folgendermaßen: „An der Spitze jedes Bistums steht ein Bischof und ich habe noch keinen Bischof kennengelernt, der von sich sagt, er sei Priester und Bischof geworden, um ein Vorbild in der Finanzverwaltung zu werden.“ Durch die Vermischung von seelsorglich-spirituellen Aufgaben mit den Aufgaben der Finanzverwaltung gerate jeder Bischof in einen inneren Konflikt.

Kirche in Deutschland verwaltet ungewöhnlich viel Geld

Dass sich ausgerechnet in deutschen Diözesen Probleme mit fehlgeschlagenen Investments häufen, erklärt Hemel damit, dass die Kirche in Deutschland ungewöhnlich viel Geld verwalte. „Wir reden für katholische und evangelische Kirche zusammen von weit über elf Milliarden Euro jährlich an Kirchensteuereinnahmen“, so der BKU-Chef. Das deutsche Kirchensteuersystem sei weltweit einzigartig. Einerseits sei es günstig, weil es für stabile finanzielle Verhältnisse sorge. Gleichzeitig erfordere es jedoch auch ein Maß an Transparenz und Professionalität, das in vielen Diözesen noch nicht vorhanden sei.

DT

Warum sich BKU-Chef Hemel nicht besonders in der Pflicht sieht, den Bischöfen in der Frage eines Systemwechsels Druck zu machen, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 14. Februar 2019.

Themen & Autoren
Bischof Diözese Evangelische Kirche Seelsorge Ulrich Hemel

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