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Eine Scheinlösung aus Berlin

Die von der Linkspartei geforderte Vergesellschaftung in der Hauptstadt ist keine Lösung für den Wohnungsmangel. Im Gegenteil: Sie könnte ihn sogar verschärfen.
Demonstration Berlin
Foto: Imago/Jochen Eckel | „Deutsche Wohnen & Co enteignen!“ wird auf einer Demonstration in Berlin gefordert. Doch ist das die Lösung?

Im Zuge des Wahlsiegs der Linkspartei in Berlin reichen die Debatten von Antisemitismusvorwürfen bis hin zur Frage, ob die Partei künftig sogar die Regierung führen könnte. Doch dabei geht es auch um ein anderes Thema: die uralte Forderung der Linken nach Enteignung. „Berlin will vergesellschaften und 270.000 Wohnungen in öffentliche Hand überführen“, heißt es auf der Webseite der Partei.

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Der zitierte Satz sagt bereits aus, was passieren würde, sollte die Linke ihre Forderung durchsetzen. Die Immobilien würden von der privaten Hand in die öffentliche wandern. Für eine Vergrößerung des Wohnungsbestands würde diese zweifelhafte Maßnahme jedoch nicht sorgen. Nicht eine einzige zusätzliche Wohnung würde dadurch entstehen.

Woher kommt der Wohnungsmangel?

Wer einfachste ökonomische Zusammenhänge versteht, der weiß, dass die hohen Mieten in Berlin vor allem Ausdruck eines knappen Angebots sind. Es wird also zu wenig gebaut, denn gestiegene Material- und Finanzierungskosten verteuern den Bau neuer Wohnungen. Hinzu kommen staatliche Vorgaben und Auflagen, die das Bauen zusätzlich verteuern und erschweren.

Zudem steigt in Ballungsräumen wie Berlin die Nachfrage nach Wohnraum. Ein Grund hierfür ist der Zuzug – nicht nur aus anderen Teilen der Bundesrepublik, sondern auch aus dem Ausland. Wo immer mehr Menschen eine Wohnung suchen, während das Angebot nicht entsprechend wächst, steigen die Mieten. Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum hängt deshalb auch mit der Migrationsfrage zusammen.

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Die Linkspartei weist auf ein reales Problem hin, hat jedoch wie so oft nicht die richtige Lösung parat. Anstatt das Problem an den Wurzeln zu packen, fordert sie eine Politik, die keinen zusätzlichen Wohnraum schafft. Im Gegenteil: Sie könnte die Wohnungsknappheit sogar noch verschlimmern. Denn wer will in Zukunft noch in neuen Wohnraum investieren, wenn er befürchten muss, dass sein Eigentum später vergesellschaftet wird? Statt über die Vergesellschaftung bestehenden Wohnraums zu diskutieren, muss die Politik an den richtigen Stellschrauben drehen. Denn Berlin braucht keine neuen Eigentumsverhältnisse, sondern mehr Wohnungen.

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Jakob Naser

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