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Entdecke Jesus in dir!

Möchtest du eine Burg besichtigen, ihre Geheimnisse und ihren Schatz entdecken? Dann mache dich auf den Weg und folge Teresa!
NDV_Innere Burg
Foto: Notre-Dame de Vie | Unsere Seele ist wie eine Burg mit sieben Wohnungen. In der Mitte ist die schönste. Dort wohnt Gott.

Sicher hast du schon oft Burgen gesehen oder besichtigt. Aber heute geht es um eine so geheimnisvolle Burg, dass es hilfreich ist, eine gute Begleiterin an der Seite zu haben. Wir haben uns die beste ausgesucht: Teresa von Avila, deren Fest wir am 15. Oktober feiern. Sie hat ein Buch über diese Burg geschrieben. Sie wird uns erzählen, was die sieben Türme bedeuten und warum der siebte so schön strahlt. Möchtest du wissen, warum es Schlangen und Eidechsen um die Burg gibt? Dann komm und hör Teresa zu!

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Ich bin Teresa und führe euch gerne durch die Burg, die Gott mir einmal gezeigt hat. Zuerst einige Worte über mich: Ich bin 1515 in Spanien geboren, in Avila. Es ist eine schöne Stadt, umgeben von einer Mauer mit 88 Türmen! Ich hatte viele Geschwister, vor allem Brüder, die so wie ich von Heldentaten träumten. Von mir sagten unsere Eltern, dass ich ihr temperamentvollstes Kind sei! Als ich noch klein war, haben mich die Lebensgeschichten der Heiligen und Märtyrer so fasziniert, dass ich sie nicht nur gerne hörte, sondern auch als Märtyrerin sterben wollte. Warum?

Nach dem Tod kommt ein Märtyrer sofort in den Himmel! Ich war sieben Jahre alt, als ich meinen Bruder Rodrigo überzeugt habe, mit mir in ein fernes Land zu gehen, um von Jesu Feinden getötet zu werden. Aber ein Onkel hat uns entdeckt und nach Hause gebracht. Als die Eltern fragten: „Warum seid ihr ausgerissen?“, sagte ich: „Weil ich Gott sehen will. Um ihn zu sehen, muss man sterben.“ Das war nicht richtig von mir. Ich hatte noch nicht verstanden, dass es besser ist, Gottes Willen zu tun, als sofort Freude im Himmel zu suchen. Und zum Glück habe ich später einen Weg entdeckt, wie man Gott bereits auf Erden mit dem Herzen sehen kann.

Die Seele stirbt nie

Ja, mein Leben lang habe ich mich danach gesehnt, Gott zu schauen. Aber das heißt nicht, dass ich immer vorbildlich war. Im Gegenteil, als junges Mädchen war ich furchtbar eitel. Aber Gott hatte seinen Plan. Als ich endlich auf ihn hörte, begann für mich ein großes Abenteuer. Mit 20 Jahren bin ich ins Kloster eingetreten. Später habe ich viele Klöster gegründet. Es war nicht einfach, ich musste oft kämpfen. Um meinem Beichtvater zu gehorchen, habe ich „Die innere Burg“ geschrieben. Ich fand das schwierig, denn ich war alt, hatte keine Ideen und fürchtete, nur immer dasselbe zu wiederholen. Aber Gott hat mir geholfen; so konnte ich die verschiedenen Etappen schildern, die zu einer tiefen Freundschaft mit Gott führen.

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Gott hat mir die Seele eines gerechten Menschen gezeigt. Du weißt ja: Wir haben einen Körper und eine Seele. Den Körper sehen wir, aber die Seele nicht. Die Seele stirbt nie, sie ist das Innerste im Menschen, das Wertvollste, weil sie nach Gottes Bild erschaffen ist. Deine Seele ist wie eine wunderschöne Burg, die ganz aus einem Diamanten besteht. Sie hat sieben Wohnungen. In der Mitte ist die schönste. Da wohnt Gott. Ja, Gott wohnt in deiner Seele und du kannst jederzeit mit ihm sprechen. Gott strahlt in dir wie eine Sonne.

Aber wie tritt man in die Burg ein? Zuerst musst du dir wünschen, Gott in dir zu begegnen. Viele Leute denken gar nicht daran, dass sie eine Seele haben. Sie wissen nicht, wer darin wohnt oder sind mit so vielen Dingen beschäftigt, dass sie Gott vergessen. Diese Dinge, die uns von Gott entfernen, sind für mich wie Schlangen, wie giftige Tiere.

Gott übernimmt das Steuer

Das Tor, durch das man die erste Wohnung betritt, ist das Gebet. Um Jesus zu begegnen, muss man still werden, wie es im Evangelium steht: „Geh in deine Kammer und mach die Tür zu“. Schließ die Augen, schalte die Musik aus und richte dich ganz auf Jesus, der in dir wohnt. Sprich mit ihm wie mit deinem besten Freund und vertraue ihm alles an, was dich bedrückt oder freut. Im Gebet sind wir zu zweit. Gott spricht ohne Worte, aber er ist da und wirkt. Er schenkt dir sein Leben und seine Kraft, auch wenn du den Eindruck hast, es passiert nichts. Jetzt heißt es: dranbleiben! Immer wieder zu Jesus gehen! In der zweiten Wohnung wirst du oft versucht, die Burg zu verlassen. Den Fehler habe ich, Teresa, gemacht; ich habe nicht mehr gebetet. Es war ein großer Fehler.

Deshalb rate ich dir: Sei fest entschlossen, weiterzugehen. Denn es gefällt dem Teufel nicht, dass du deine innere Burg entdeckst. Er flößt uns ein: „Siehst du nicht, dass du deine Zeit verlierst? Du könntest etwas Interessanteres tun!“ Hör nicht auf ihn, sei ein guter Kämpfer! Deine Waffen sind der Glaube und die Ausdauer. Auf diese Weise wirst du schnell in die dritte Wohnung kommen, wo alles schön zu sein scheint. Es herrscht große Ordnung, wie bei dem jungen Mann, der Jesus fragt: „Was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ (Mt 19,16). Er betet, ist ehrlich und kümmert sich um seine Eltern. Aber als Jesus ihm sagt: „Eines fehlt dir noch, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und folge mir“, da geht er traurig weg. Oder wie bei denen, die immer brav und fleißig sind und sonntags in die Kirche gehen. Äußerlich alles perfekt! Aber sie sind so sehr von sich überzeugt, dass sie nicht weiterkommen. Wenn du in die vierte Wohnung willst, sei bescheiden, vertrau Jesus und wage neue Wege!

Jesus öffnet die Tür

Ab der vierten Wohnung beginnt etwas Neues. Bis jetzt hast du dich zwar bemüht, aber du hast immer selber entschieden, was du tust oder nicht. Jetzt übernimmt Jesus die Führung, denn du überlässt dich ihm ganz. Weil du weißt, dass du es allein nicht schaffst, kann der Heilige Geist immer mehr in dir wirken. In der fünften Wohnung erlebt deine Seele eine echte Wandlung: Sie war wie eine Raupe und jetzt ist sie zu einem schönen Schmetterling geworden! Hier hast du nur noch einen Wunsch: wie Jesus den Willen des Vaters im Himmel tun. Eine tiefe Vereinigung mit Gott beginnt. Das Licht Gottes erleuchtet immer mehr die Seele, denn sie nähert sich der Wohnung Gottes. In die sechste Wohnung führt uns Jesus selbst.

Er ist ja „der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Jesus schenkt uns einen neuen Blick, wir sehen die Welt und die anderen wie er, voller Güte und Barmherzigkeit. Jesus allein öffnet die Tür der siebten Wohnung. Wie schön! Die Seele sieht den dreifaltigen Gott mit dem Herzen und ist mit ihm vollkommen vereint. Sie ist voller Eifer für Gott und erfährt einen tiefen Frieden. Der Weg ist lang und manchmal schwer, bis man das Ziel erreicht. Aber er führt zu einem solchen Schatz, dass es sich lohnt! Ich gebe dir noch diese Worte mit auf den Weg, sie werden dir helfen: „Nichts soll dich erschrecken. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt!“

Marie-Therese Rouxel und Sibylle Schmitt
Foto: Notre Dame de Vie | Marie-Therese Rouxel und Sibylle Schmitt sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie (notre-dame-de-vie.de).

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