Bruckner, Bach, Elgar

Konzerte in Ottobeuren versprechen ein geistliches Erlebnis

Ottobeuren liegt im reizvollen Tal der westlichen Günz am Jakobusweg. Seine Geschichte ist geprägt von der 764 gegründeten Benediktinerabtei und von Pfarrer Sebastian Kneipp, der 1821 im zur Pfarrei Ottobeuren gehörenden Weiler Stephansried geboren wurde. Seit ihrer Gründung im Jahre 764 leben und wirken in der Benediktinerabtei bis heute ununterbrochen Benediktinermönche. Es ist der größte und besterhaltene sakrale Komplex des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Das Museum der Abtei mit Bibliothek und Kaisersaal kann täglich besichtigt werden. Die von 1737 bis 1766 erbaute Basilika ist eine der schönsten deutschen Barockkirchen. Seit dem 1. Mai und bis zum 28. September finden in der Basilika und im Kaisersaal die berühmten Ottobeurer Konzerte statt. Von Februar bis November kann man samstags um 16.00 Uhr Orgelkonzerte besuchen. Die Ottobeurer Riepp-Orgeln gelten handwerklich, qualitativ und klanglich als herausragende Höchstleistung der Orgelbaukunst.

Im Schauen und Hören nehmen wir die Werte der Kunst in uns auf. Wenn Architektur und Musik in enge Wechselbeziehung treten und sich steigern, kann Zeitloses und Ewiges in uns aufleuchten. In diesem Sinne können die Basilika-Konzerten durchaus zu einer geistlichen Erfahrung werden. Die 8. Symphonie von Anton Bruckner nimmt im symphonischen Schaffen des Meisters von St. Florian einen besonderen Platz ein. Das gewaltige Werk aus dem Jahre 1887 hat sich in der Originalfassung erst seit dem Jahre 1954 durchgesetzt. Vorher diente eine auf den Zeitgeist Rücksicht nehmende, gekürzte Fassung aus dem Jahre 1890. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter dem großen Brucknerdirigenten Herbert Blomstedt verspricht eine „exemplarische“ Aufführung.

Die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zählt zu den erhabensten Messkompositionen überhaupt. Albert Schweitzer nannte die h-Moll-Messe katholisch und protestantisch zugleich, und dabei so rätselhaft und unergründlich tief, wie das religiöse Gemüt des Meisters. Helmuth Rilling, der international anerkannte Bachinterpret, ist besonders prädestiniert, dieses Werk mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart aufzuführen. Erstmals wird in der Basilika ein geistliches Werk des englischen Komponisten Edward Elgar (1857 – 1934) zu hören sein. Der englische Dirigent Howard Arman wird für das in seiner Heimat häufig zu hörende Oratorium „The Dream of Gerontius – Der Traum des Gerontius“ mit dem MDR Sinfonieorchester und dem Rundfunkchor Leipzig eine hervorragende Wiedergabe sichern.

Der festliche Kaisersaal der Abtei bietet indessen den idealen Rahmen für die verschiedenen Arten der Kammermusik. Die weltberühmten Barockorgeln und die moderne Marienorgel ermöglichen, Werke der gesamten Orgelliteratur überzeugend zum Klingen zu bringen. DT/pd

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