„Gebot der Menschlichkeit“

KKV fordert eine „Kultur der Unerreichbarkeit“ nach Dienstschluss

Essen (DT/p) „Weil die Arbeit nie aufhört, muss der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufhören – zumindest im Urlaub und am Sonntag. Deshalb fordern wir seit längerem eine ,Kultur der Unerreichbarkeit‘ als Teil einer neuen Arbeitsphilosophie.“ Mit diesen Worten appelliert Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, zu Beginn der Ferienzeit erneut an Arbeitgeber und Vorgesetzte, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem im Urlaub wirklich abschalten zu lassen. Allein dass fast jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland nach Feierabend in seine dienstlichen Mails schaue, wie eine Befragung der Meinungsforscher von YouGov ergab, zeige, wie stark der Beruf in das Privatleben eingreife. Hinzu komme, dass fast 20 Prozent mindestens einmal pro Woche nach Feierabend dienstlich angerufen würden. Kein Wunder, dass etwa jeder Dritte die ständige Erreichbarkeit als „eher“ oder „sehr belastend“ empfinde. Moderne Medien machten jeden fast überall erreichbar – auch beruflich. Das verhindere das dringend nötige Abschalten und fördere burn-out der Mitarbeiter. „Jeder hat aber ein Recht auf Unerreichbarkeit – und das muss man auch akzeptieren.“ Nur so könnten die Mitarbeiter im Urlaub Zeit für sich und die Familie finden – und nach wenigen Wochen wieder richtig durchstarten. „Das ist ein Gebot der Menschlichkeit und letztlich auch im Sinne der Arbeitgeber: Denn nur erholte Mitarbeiter sind auf Dauer leistungsfähig“, so der KKV-Bundesvorsitzende.

Themen & Autoren

Kirche

Synode
Synode
Synodalität als Stärkung der Kirche Premium Inhalt
Synodale Prozesse wecken derzeit sowohl Hoffnung als auch Sorgen. Doch was zeichnet den „gemeinsamen Weg“ aus? Zehn biblische Anregungen für synodale Gespräche.
20.09.2021, 19 Uhr
Martin Baranowski
Schwules Paar
Rezension
Eine Wegweisung im LGBTIQ - Dschungel Premium Inhalt
Daniel Mattson legt in seinem autobiografischen Buch "Warum ich mich nicht als schwul bezeichne" tiefe Gedanken über Sexualität, persönliche Freiheit und die Lehre der Kirche vor.
19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer