Wirtschaft aktuell

Aktienkurse ziehen weltweit an

Die internationalen Aktienmärkte konnten an die Kursgewinne der letzten beiden Wochen anknüpfen. Dabei haben vor allem positive Aussagen von Ben Bernanke, dem Präsidenten der amerikanischen Notenbank, die Märkte gestützt. Er gehe davon aus, dass ein Ende der schweren Rezession in den USA schon in diesem Jahr möglich sei. Weiterhin haben die Aktienmärkte mit Erleichterung auf den Rettungsplan der amerikanischen Regierung reagiert, den Banken verlustanfällige Wertpapiere abzukaufen. Auch die überraschend guten Konjunkturdaten aus den USA bezüglich der Auftragseingänge für langlebige Güter und der Anzahl der Neubauverkäufe am amerikanischen Immobilienmarkt haben den internationalen Aktienmärkten zu weiteren Kursgewinnen verholfen. Der deutsche Aktienindex DAX durchbrach in dieser Woche wieder die 4.200 Punkte und der amerikanische Dow Jones Industrial Index stieg zwischenzeitlich wieder über die 7.700 Punkte.

Konjunkturprognosen weiterhin negativ

Wie das Bundeswirtschaftsministerium in der letzten Woche bekannt gab, brach der Auftragseingang der deutschen Industrie im Januar preisbereinigt nochmals um 8 Prozent ein und ging damit im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel zurück. Der neueste Konjunkturbericht des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) geht davon aus, dass im laufenden Jahr das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 3,7 Prozent schrumpfen wird. Damit wurde die letzte Prognose nochmals um einen Prozentpunkt nach unten korrigiert. Sowohl die Zinssenkung der EZB als auch die milliardenschweren Konjunkturpakete der Bundesregierung könnten ihre Wirkung erst im zweiten Halbjahr 2009 entfalten, wobei der Effekt dieser Konjunkturstützen allgemein überschätzt werde.

EZB erwartet keine Deflation

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im März den Leitzins auf historisch niedrige 1,5 Prozent gesenkt hat, will sie Sorgen einer möglichen Deflation zerstreuen. Nach Ansicht der EZB ist eine Abwärtsspirale der Preise im Euro-Raum nicht zu erwarten. Die Kerninflationsrate liegt momentan bei 1,8 Prozent und damit im Rahmen des Stabilitätszieles der EZB.