Fordern und fördern

Wolfgang Clement und die katholische Soziallehre. Sebastian Sasse

Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Bundeswirtschaftsminister in der Phase der Umsetzung der Hartz IV-Reformen: Wolfgang Clement gehört zu den Politikern, die die Republik im letzten Vierteljahrhundert geprägt haben. Dass der ehemalige Sozialdemokrat – Clement trat 2008 nach 38 Jahren öffentlichkeitswirksam aus Kritik am Wirtschaftskurs seiner Partei in der Nach-Schröder-Periode aus – sich auch durch Prinzipien der katholischen Soziallehre leiten lässt, ist allerdings weitegehend unbekannt.

Darauf macht nun ein kleines Bändchen aufmerksam, das aus Anlass der Verleihung des Heinrich-Pesch-Preises an den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister im letzten Jahr nun erschienen ist. Heinrich Pesch gehörte zu den prägenden Vordenkern der katholischen Soziallehre Anfang des 20. Jahrhunderts. Seinem Erbe fühlt sich besonders der Unitas-Verband verpflichtet, dem Pesch seit seiner Studienzeit angehörte. Deswegen initiierten Unitarier auch diesen Preis und zeichnen regelmäßig Persönlichkeiten aus, die im Sinne Peschs Politik und Wirtschaft gestalten.

Clement, so der Laudator Jürgen Aretz in seinem Beitrag, habe durch seine Maxime „fordern und fördern“ gezeigt, wie sich Sozial- und Individualprinzip innerhalb unserer Wirtschaftsordnung die Waage halten können. Neben der Dankesrede Clements findet sich schließlich im Band auch ein Beitrag von Lothar Roos zum Wirken von Heinrich Pesch. sesa

Jürgen Aretz, Wolfgang Clement, Lothar Roos: Subsidiarität und Solidarität. Altius Verlag,2017, 72 Seiten, ISBN 978-3-932483-63-9, 9,90 Euro