Alarmierendes Ergebnis

UN-Studie: Lebensqualität für Indigene weltweit eingeschränkt

Brüssel (DT/KNA) Indigene Völker haben weltweit mit alarmierend schlechten Lebensbedingungen zu kämpfen. Dies geht aus einem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten UN-Bericht hervor. Dem von sieben unabhängigen Experten erstellten Papier zufolge sind diese Bevölkerungen in besonders hohem Maße von Armut, Gesundheitsproblemen, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen betroffen. Die Studie über 370 Millionen Indigene gilt als erste dieser Art. Indigene Völker machen dem Bericht zufolge rund fünf Prozent der Weltbevölkerung aus. Sie zählten zu den ärmsten Menschen der Welt.

Indigene lebten im Durchschnitt 20 Jahre kürzer als ihre Mitmenschen. Die Hälfte der über 35-Jährigen unter ihnen leide an Diabetes. Die Wissenschaftler beobachteten zudem eine im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen überproportional hohe Mütter- und Kindersterblichkeit. Mehr als jede dritte indigene Frau werde in ihrem Leben Opfer einer Vergewaltigung. Indigene infizierten sich zudem häufiger mit Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Aids und Malaria. Dem Bericht zufolge sind indigene Bevölkerungsgruppen systematischer Diskriminierung durch staatliche Behörden ausgesetzt. Diese forderten eine Anpassung ihrer Lebensweise und beschlagnahmten grundlos deren Land, so die Wissenschaftler. Die Polizei kontrolliere Indigene häufig ohne Grund. Zudem werde ihnen bei legalen Demonstrationen und Protestaktionen ein krimineller Hintergrund unterstellt.

Laut Bericht sind diese Menschenrechtsverletzungen ein weltweites Phänomen. Die britische EU-Politikerin und Menschenrechtlerin Diana Wallis nannte die Studie eine wichtige Basis. Von der EU und ihrem Neustart unter dem Lissabon-Vertrag erwarte sie, dass Probleme indigener Bevölkerungsgruppen angegangen würden. Es sei an der Zeit, die traditionellen Rechte eingeborener Bevölkerungsgruppen neu zu definieren.