Afrika: Müller kritisiert Elektroschrott-Entsorgung

Accra (DT/dpa) Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Entsorgung von Elektronikschrott aus Deutschland und Europa in Afrika scharf kritisiert. Müller sagte am Donnerstag bei der Besichtigung einer solchen Schrotthalde am Rande der ghanaischen Hauptstadt Accra: „Das ist die größte Elektronikschrottmüllhalde der Welt. Die meisten bei uns in Europa ausrangierten Elektronikgeräte kommen hierher – auch aus Deutschland – legal und illegal. Mit größten Problemen für die Umwelt und für die Menschen werden sie entsorgt.“

Weltweit entstehen jährlich 50 Millionen Tonnen Elektromüll. Nach seinen Informationen arbeiten und leben auf den Müllhalden bis zu 20 000 Kinder, die den zum Teil hochgiftigen Dämpfen schutzlos ausgesetzt sind.

Müller kündigte an, mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) über das Problem zu reden, um etwaige Schlupflöcher für die Elektroindustrie zu schließen.

Den Angaben zufolge werden zwei Drittel des weltweiten Elektronikschrotts nach Afrika verschifft. Ein Teil dieser ausgedienten Handys, Computer oder Fernseher kommt auf Schiffen aus Deutschland, anderen Ländern Europas oder den Vereinigten Staaten nach Ghana und Nigeria. Die Einheimischen schlachten den Schrott aus. Vor allem die seltenen Metalle werden zum Teil wieder aufgearbeitet. Die ghanaische Regierung hat bislang wenig gegen diese Müllhalden unternommen.