Planned Parenthood klagt wegen Videos

Center for Medical Progress nennt Klage unbegründet – Kritiker sollen mundtot gemacht werden Von Stefan Rehder

Washington (DT) Die Planned Parenthood Federation of America (PPFA) hat US-amerikanische Lebensrechtsaktivisten verklagt, die mit verdeckter Kamera gefilmte Videos veröffentlichte, die den Eindruck erwecken, der größte Einzelanbieter vorgeburtlicher Kindstötungen in den USA sei bereit, mit Organen und anderen Körperteilen abgetriebener Kinder zu handeln. Die am Donnerstag vor einem Bundesgericht in San Francisco eingereichte Klage richtet sich gegen den Chef des „Center for Medical Progress“ (CMP), David Daleiden, den Leiter der „Operation Rescue“, Troy Newman, sowie andere Beteiligte. Die Vizepräsidentin der Organisation, Dawn Laguens, erklärte bei der Einreichung der Klage: „Die Leute hinter diesem Betrug haben gelogen und Gesetze gebrochen, um üble Lügen über Planned Parenthood zu verbreiten.“ Man werde die Verantwortlichen nun zur Rechenschaft ziehen. Die Videos hatten im vergangenen Sommer weltweit für Aufmerksamkeit und eine Anhörung im Kongress gesorgt. Sie sollen den illegalen Handel mit Organen und Zellen abgetriebener Föten durch die PPFA belegen. Für die Videos hatte das CMP mit Sitz in Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien professionelle Schauspieler engagiert, die sich in Gesprächen mit leitendenden PPFA-Angestellten als Mitarbeiter eines Bio-Tech-Start-Ups ausgaben und Interesse an gut erhaltenen Leichen und Organen abgetriebener Kinder bekundeten. Das CMP nannte die Klage unbegründet. Planned Parenthood versuche, Kritiker mundtot zu machen. „Das ist der Versuch der Vergeltung gegen den durch den ersten Verfassungszusatz geschützten investigativen Journalismus des CMP, der nichts anderes getan hat, als die Wahrheit über Planned Parenthoods gesetzlose Handlungen zu verbreiten“, hieß es. Nach Veröffentlichung des ersten von mittlerweile rund einem Dutzend Videos hatte sich die PPFA für die despektierliche Wortwahl einer Ärztin entschuldigt, anschließend aber die Behauptung, PPFA profitiere „in irgendeiner Weise von Gewebespenden“, als unwahr zurückgewiesen. In den USA können Frauen Gewebe ihrer abgetriebenen Kinder wissenschaftlichen Einrichtungen unentgeltlich zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen. Einrichtungen, welche die „Spende“ der Leichenteile organisieren, dürfen sich die Kosten für deren Sammlung und den Transport erstatten lassen. Dagegen ist ein gewinnbringender Handel mit den Köperteilen abgetriebener Kinder ausdrücklich verboten. Auch ist es Abtreibungseinrichtungen in den USA gesetzlich untersagt, vorgeburtliche Kindstötungen zeitlich oder methodisch so zu steuern, dass dabei die Interessen der Empfänger nach möglichst intakten Leichen gewahrt werden. Rund ein Drittel des Gesamtbudgets der PPFA von umgerechnet rund 943 Millionen Euro stammt aus öffentlicher Hand. Nach der Veröffentlichung der Videos haben mehrere US-Bundesstaaten ihre Fördermittel für die Organisation eingefroren. Mit Material von KNA

Themen & Autoren

Kirche

Auch für die Ukraine kann man das Undenkbare denken. Die Liturgie und der Papst, der Umbau der Gesellschaft und eine Philosophie des Weines finden sich in der neuen Ausgabe der Tagespost.
06.07.2022, 17 Uhr
Redaktion
Eine Franziskanerinnenkongregation aus Kamerun ist bereit, ins Berliner Kloster St. Gabriel einzuziehen. Dadurch würde die Umwidmung der Anlage für säkulare Zwecke verhindert.
06.07.2022, 14 Uhr
Vorabmeldung
Der heilige Anselm von Canterbury (1033–1109 wollte die Vernünftigkeit des Glaubens der Kirche erweisen. 
06.07.2022, 07 Uhr
Marius Menke
Der vom Synodalem Weg geplante Synodale Rat stößt auf dezidierte Kritik. Laut Kardinal Kasper zerstört ein solches Gremium die Struktur, „die Christus für seine Kirche gewollt hat“.  
05.07.2022, 10 Uhr
Dorothea Schmidt