Glosse: Kino, Wetter und Metanoia

Erinnern Sie sich noch an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray in der Rolle des zynischen TV-Wetteransagers, der am selben Tag aufwacht, dieselben Rituale erlebt und keinen anderen Ausweg aus der Stagnation findet, als sich moralisch zu verbessern? In diesem Film taucht auch, nomen est omen, ein Murmeltier auf, das den Einwohnern des amerikanischen Städtchens Punxsutawney das Wetter weissagt: Erwacht das Tier und wirft es einen Schatten, so bleibt das Wetter weiter winterlich; wirft es keinen Schatten, steht der Frühling vor der Tür. Nun denn. Das Tier gibt es wirklich. Der Nager hört auf den Namen „Phil“ und hat am vergangenen Wochenende wieder das Wetter geweissagt. Der Schatten war zu sehen, also bleibt's frostig. Was in bestimmten Regionen Europas nicht für Euphorie sorgen dürfte. Gigantische Schneemassen machen den Menschen in Serbien und Slowenien zu schaffen, aber auch in der Schweiz und in Österreich gibt es zurzeit Schnee und Eis ohne Ende. Von Hochwasser und Riesenwellen in Spanien und Italien nicht zu reden. Doch wer sagt denn, dass „Phil“ auch für diese Breiten zuständig ist? Hat er mit den Vereinigten Staaten, wo die Temperaturen diesjährig schon auf minus 50 Grad Celsius herabpurzelten, nicht schon genug zu tun? Möglicherweise. Wie soll man das Chaos-Wetter also erklären? Roland Emmerichs Klima-Katastrophenfilm „The Day After Tomorrow“ wäre eine ziemlich düstere Option. Doch immerhin: Den Weg der moralischen Umkehr wählen die Protagonisten auch dort. Stefan Meetschen

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