25. März: Die Wochenheilige

Die selige Josaphata Hordashevska

Die Ordensgründerin Josaphata Hordashevska stammt aus der Ukraine. Sie wurde im Juni 2001 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
Sel. Josaphata Hordashevska
| Mutter Josaphata musste in ihrem Leben vieles erleiden, ging jedoch ihren Weg mit Geduld und Gottvertrauen.

„In der Ukraine finden wir eine offenkundige europäische Berufung, die auch von den christlichen Wurzeln eurer Kultur hervorgehoben wird“, sagte Papst Johannes Paul II. im Juni 2001 auf dem Flughafen von Kiew zum Auftakt seines mehrtätigen Pastoralbesuchs in der Ukraine. „Möge dieses Land weiterhin seine ehrenvolle Sendung erfüllen, von jenem Stolz erfüllt, den der Dichter Taras Schewtschenko mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte: ,Es gibt auf Erden keine andere Ukraine, es gibt keinen anderen Dnjepr.‘ Volk, das Du dieses Land bewohnst, vergiss dies nicht!“

Im Rahmen dieser Reise sprach der Papst 30 Männer und Frauen selig, die aus der Ukraine stammten oder dort gewirkt hatten. Eine von ihnen war die Ordensgründerin Josaphata Hordashevska, deren Gedenktag die Kirche am 25. März feiert.

Geboren in Lemberg

Michaelina Hordashevska wurde am 20. November 1869 in Lwiw, dem damaligen Lemberg, geboren. Zusammen mit acht Geschwistern wuchs sie auf einer kleinen Bauernstelle auf, die von ihren Eltern bewirtschaftet wurde. Die Familie gehörte der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche an. Michaelina zeichnete sich durch überdurchschnittlich gute Schulnoten aus und war tiefreligiös. Oft zog sie sich zum Beten in die Einsamkeit des Waldes zurück.

Lesen Sie auch:

Mit 20 Jahren legte Michaelina mit Einverständnis ihres Beichtvaters, des Basilianers Jeremias Lomnitzky, ein privates Keuschheitsgelübde ab und widmete sich neben ihrer Arbeit in einem Glasgeschäft der tätigen Nächstenliebe sowie dem liturgischen Gesang und der Ausstattung der Kirche mit Blumenschmuck. Als sie ihren Beichtvater mit dem Wunsch konfrontierte, bei den klaustrierten Basilianerinnen einzutreten, machte dieser ihr einen Gegenvorschlag: Sie sollte stattdessen mit Hilfe seines Ordens einen tätigen Zweig der Basilianerinnen gründen. „Nur einen Augenblick lang zögerte ich vor dem Unbekannten“, schrieb sie später, „doch im Anblick der Bedürfnisse meines armen Volkes und in der Einsicht, dass es der Wille Gottes war, beschloss ich, seiner Stimme zu folgen und bereitwillig alle Opfer, welche die künftige Kongregation mit sich bringen würde, auf mich zu nehmen.“

Während Michaelina bei den Felizianerinnen, einer franziskanisch inspirierten Kongregation, auf ihre zukünftige Ordenstätigkeit vorbereitet wurde, sorgten die Basilianer für die Herrichtung eines Klosters für die Schwestern. Am 24. August 1892 wurden die ersten „Dienerinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria“ in Lemberg feierlich eingekleidet. Michaelina nahm den Namen Josaphata an und wurde zur ersten Oberin des Ordens, dessen Aufgabe es sein sollte, „Heime für die Bauernkinder zu gründen, die Kranken und Armen in den Dörfern zu betreuen, ihnen beizustehen und sie auf einen guten Tod vorzubereiten, die Sonn- und Feiertage mit Lesungen der Heiligenviten und der Heiligen Schrift für die Analphabeten zu heiligen“.

„Jesus, Maria, Josef, ich opfere euch mein Herz.“
Sr. Josaphata Hordashevska

Außerdem sollten die Schwestern „das Volk unterweisen und zum Besuch des Gottesdienstes animieren, indem sie diesem durch eigenes Verhalten das Beispiel christlicher Tugend und Arbeitsamkeit vorleben“. So entwickelte sich ihr bis heute gültiges Motto: „Geh dorthin, wo die Not am größten ist, und erziehe die Herzen der Menschen.“ Diese erste tätige Schwesternkongregation des ukrainisch-byzantinischen Ritus verbreitete sich sehr schnell und konnte bald auch Häuser in Übersee eröffnen: 1902 in Kanada, 1911 in Brasilien. Während der Sowjetzeit wurde die Kongregation in der Ukraine offiziell aufgehoben, existierte aber weiter im Untergrund. Heute gibt es noch etwa 700 Schwestern, die außer in der Ukraine in Polen, Serbien, der Slowakei sowie in Brasilien, Kanada und in den Vereinigten Staaten tätig sind.

Mutter Josaphata hatte in ihrem Leben viel zu erleiden durch Verleumdungen, Neid und Krankheiten, trug jedoch alles in Geduld und mit Gottvertrauen. Sie starb am 25. März 1919, mit 49 Jahren, an Knochentuberkulose. Ihre letzten Worte lauteten: „Jesus, Maria, Josef, ich opfere euch mein Herz.“ Sie wurde auf dem Friedhof der kleinen Stadt Tscherwonohrad nördlich von Lwiw beigesetzt.

Seit 1982 ruhen ihre sterblichen Überreste im Generalat ihrer Kongregation in Rom.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Als ein Soldat sie bedrohte, sagte Maria Paschalis Jahn: „Ich gehöre Christus, er ist mein Bräutigam, du kannst mich ruhig erschießen.“ Daraufhin beendete er ihr Leben mit einem Gewehrschuss.
16.06.2022, 05  Uhr
Claudia Kock
Von 155 bis 166 war Anicetus Bischof von Rom, als Nachfolger des verstorbenen Pius I. Er wahrte Frieden und Einheit in der Kirche, trotz unterschiedlicher liturgischer Bräuche.
20.04.2022, 05  Uhr
Claudia Kock
Themen & Autoren
Claudia Kock Bibel Gottvertrauen Heilige Johannes Paul II. Josaphata Hordashevska Päpste Seligsprechung Ukraine

Kirche

Wenn der Osnabrücker Bischof nicht die Konsequenzen aus dem Zwischenbericht zum Missbrauch zieht, diskreditiert er den ganzen Synodalen Weg.
23.09.2022, 11 Uhr
Guido Horst
Im Zeichen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine fand am Dienstag das 15. Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom statt.
23.09.2022, 17 Uhr
Martin Kolozs
Auch das Erzbistum Hamburg ist von den Ergebnissen des Osnabrücker Zwischenberichts betroffen. Erzbischof Heße bittet um Entschuldigung. Er empfinde „Scham“ für „Fehler der Vergangenheit“.
23.09.2022, 15 Uhr
Meldung