Was andere Zeitungen schreiben: Sydney verändert das Leben: Probleme für afrikanische Pilger: Übereinstimmung mit dem Papst: Ökumenische Offenheit

Die katholische Tageszeitung „Avvenire“ (Mailand) betont die geistliche Suche der jungen Pilger in Sydney:

Sicher lebt jeder WJT auch von der Faszination der Austragungsorte. Der Sonnenuntergang am Hafen von Barangaroo und die kalte Nacht, in der wir das Kreuz des Südens betrachteten, sind unvergesslich. Die Reise ins Land der Aborigines wird mit der Zeit zur Trophäe werden: „Ich war schon in Australien“. Aber diese Jugendlichen mit ihren strahlenden Gesichtern sind nach Sydney gekommen, weil sie wussten, dass das Leben nachher vielleicht ganz anders sein wird.

Nur sieben Pilger aus dem Kongo sind nach Sydney geflogen, mit Unterstützung des Staatspräsidenten, der seit 2000 diese Reisen finanziert, um jungen Menschen aus dem Kongo die Begegnung mit den Jugendlichen aus aller Welt zu ermöglichen. Leider hatten sie große Schwierigkeiten durch Schikanen bei der Ausstellung der Visa. Sie erhielten sie nur sehr schwer und sehr spät. Das erklärt auch ihre späte Abreise nach Sydney. Etwa 100 Visa wurden beantragt und gerade einmal acht davon bewilligt. Das muss nachdenklich stimmen, denn junge Kongolesen können abreisen und wieder heimkehren. Sollte man nicht in Erwägung ziehen, wie die Jugendlichen aus dem Tschad es getan haben, den WJT in einem afrikanischen Land abzuhalten, um den Jugendlichen aus Afrika und Asien die Visa-Probleme zu ersparen?

Der Papst und die Pilger fliegen heim; in Sydney kehrt Normalität ein. Jetzt wird sich zeigen, ob und in welchem Maße der WJT ein geistliches Bewusstsein bei den Australiern geweckt hat. Auch wenn sie nicht katholisch sind und keiner anderen Religion angehören, stimmen Erwachsene, die Höhen und Tiefen im Leben erfahren haben, mit dem Papst überein, dass die Welt besser wird, wenn man „die innere Leere, eine unbestimmte Furcht, das heimliche Gefühl der Verzweiflung“ überwindet. ... Madrid darf sich auf den WJT 2011 freuen. Es wird sehr lange dauern bis Australien wieder solch eine Woche erlebt.

Sydney, im fernen Australien, hat hohe Maßstäbe gesetzt. Unsere Bischöfe und Gläubigen müssen sich an die Arbeit machen, damit 2011 zu einem unvergesslichen Jahr für die Christen in aller Welt wird. Wieder einmal hat die Kirche ihre ökumenische Offenheit und Lebenskraft unter Beweis gestellt, um ihre wichtige Rolle im globalen Zeitalter zu erfüllen. Die heutige Welt hat kein Verständnis für Kirchturmpolitik oder Cliquenwirtschaft. Der Erfolg von Sydney und die Fortsetzung in drei Jahren in Madrid sind ein klares Zeichen, dass die Botschaft Christi keine Grenzen und geschlossenen Zirkel kennt.

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