USA: Türkei zieht Botschafter ab

Ankara/Washington (DT/dpa) Eine Völkermord-Resolution des US-Kongresses zur Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich erschüttert die Beziehungen der Türkei zu Washington. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu warf der Regierung von US-Präsident Barck Obama am Freitag vor, nicht genug gegen die Resolution unternommen zu haben. Der US-Kongress müsse einen „historischen Fehler“ berichtigen, zitierten türkische Medien Parlamentssprecher Sahin. Der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus hatte die Resolution, in der die an Armeniern verübten Gräuel als Völkermord bezeichnet werden, am Vortag mit 23 gegen 22 Stimmen angenommen. Die Türkei rief ihren Botschafter in Washington zu Konsultationen zurück nach Ankara. „Wir verurteilen diese Resolution, die der türkischen Nation ein Verbrechen anlastet, das sie nicht begangen hat“, hieß es in einer Erklärung der türkischen Regierung. Zu ähnlicher Verstimmung war es bereits 2007 gekommen, als derselbe US-Kongressausschuss ebenfalls eine Völkermord-Resolution verabschiedete. Nach heftigem internen Widerstand wurde das Dokument aber nicht im Plenum verhandelt. Die Türkei ist Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs und ein wichtiges NATO-Mitglied. Die Vereinigten Staaten von Amerika nutzen unter anderem Stützpunkte in der Türkei, um ihre Truppen im Irak zu versorgen. US-Außenministerin Hillary Clinton habe sich im Vorfeld gegen die Abstimmung ausgesprochen, meinte ein Sprecher im State Department. Das Votum könnte die weitere Annäherung zwischen der Türkei und Armenien gefährden. Ähnlich äußerte sich auch der Sprecher des Weißen Hauses, Gibbs. Der armenische Außenminister Nalbandjan begrüßte die Resolution. Sie sei „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Unterbindung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte er.

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