Trump und Clinton gewinnen in sieben US-amerikanischen Bundesstaaten

Bei Republikanern und Demokraten sind die Favoriten am Super Tuesday erfolgreich – Endgültig entschieden ist das Rennen damit aber noch nicht. Von Maximilian Lutz
Foto: dpa | Amerikas neue Präsidentin? Um ihr Ziel zu erreichen, als erste Frau ins Weiße Haus einzuziehen, muss Hillary Clinton den wahrscheinlichen Kampf gegen Donald Trump gewinnen.
Foto: dpa | Amerikas neue Präsidentin? Um ihr Ziel zu erreichen, als erste Frau ins Weiße Haus einzuziehen, muss Hillary Clinton den wahrscheinlichen Kampf gegen Donald Trump gewinnen.

K eine Überraschung am Super Tuesday: Hillary Clinton und Donald Trump werden ihrer Favoritenrolle gerecht und gehen als eindeutige Sieger aus dem Super-Wahltag hervor. Beide konnten in sieben der jeweils elf Wahlstaaten ihrer Partei die meisten Stimmen auf sich vereinen. Die Demokratin Clinton und der Republikaner Trump marschieren nun in großen Schritten auf die Präsidentschaftskandidatur zu, auch wenn nach dem Ausgang der jüngsten Vorwahlen noch keine echte Vorentscheidung gefallen ist.

Trumps Erfolge sind quer über die Landkarte der USA verteilt. Der Milliardär gewann sowohl Vermont und Massachusetts im Nordosten, als auch Südstaaten wie Alabama, Georgia oder Arkansas. Auch in Tennessee und Virginia erhielt er die meisten Stimmen. Somit stellt Trump einmal mehr unter Beweis, dass er amerikanische Wähler unabhängig von geografischen Grenzen, Religion, Alter oder Bildungsstand für sich einnehmen kann. „Das war ein großartiger Abend“, verkündete er nach der Wahl auf einer Pressekonferenz in Florida. „Auch wenn manche es schwer glauben können, ich werde das Land einen.“ Den Verfolgern traut er nicht zu, seinen Siegeszug noch ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Für den Wunschkandidaten des republikanischen Partei-Establishments, Marco Rubio, verlief der Wahlabend enttäuschend. Lediglich im Bundesstaat Minnesota konnte er die meisten Stimmen einstreichen, die von ihm und seinen Anhängern erhoffte Aufholjagd blieb aus. Trump nahm das mit Freuden zur Kenntnis. Für Rubio sei es ein „sehr sehr schwerer Abend“ gewesen. Einige Experten legten dem Senator aus Florida sogar nahe, die Segel zu streichen, sodass sein Mitstreiter Ted Cruz in den kommenden Vorwahlen in einem Zwei-Mann-Rennen gegen Donald Trump punkten kann. Der 45-jährige Senator gewann immerhin drei Abstimmungen: in seinem Heimatstaat Texas, im benachbarten Oklahoma und in Alaska.

Cruz, der sich bereits im Vorfeld des Super Tuesday als einzigen Kandidaten darstellte, der Trump besiegen könne, wiederholte am Dienstagabend seine Aufforderung an die übrigen Bewerber, aus dem Rennen auszusteigen. „Die Kandidaten, die noch keinen Staat gewonnen haben und kaum Delegierte auf sich vereinen können, bitte ich inständig zu erwägen, sich hinter uns zusammenzuschließen.“ Damit zielte er insbesondere auf John Kasich und Ben Carson ab, die beiden Außenseiter im fünfköpfigen Bewerberfeld. Kasich, Gouverneur von Ohio, und der ehemalige Arzt Carson waren bisher in keinem Staat erfolgreich, wollen aber dennoch weiter im Rennen bleiben.

Nach den Ergebnissen des Super Tuesday bringt es Trump nun auf 285 Delegierte. Damit liegt er komfortabel vor seinem Verfolger Cruz, der bisher 161 Delegierte erhalten hat. Der drittplatzierte Rubio kommt nicht über 87 hinaus, baut aber weiterhin auf einen Erfolg in seinem Heimatstaat Florida, in dem der Sieger alle 99 Delegierten erhält. „Die Partei von Lincoln und Reagan wird niemals von einem Hochstapler übernommen“, versicherte er seinen Anhängern. Ob Rubio den New Yorker Unternehmer daran hindern kann, ist nach seinem dürftigen Abschneiden allerdings zunehmend fraglich.

Für die republikanische Parteiführung, die in den vergangenen Tagen ihre Bemühungen intensivierte, Trump auf seinem Vormarsch zu stoppen, wird die Lage immer ernster. Zwar haben einige republikanische Kongressabgeordnete dem politischen Außenseiter ihre Unterstützung zugesprochen. Doch die große Mehrheit der Partei stemmt sich weiterhin vehement gegen eine Kandidatur des großspurigen Polterers.

Nach den Wahlergebnissen des Super Tuesday hat sich noch immer kein einzelner Mitstreiter aussichtsreich gegen Trump positionieren können. Solange das republikanische Bewerberfeld weiterhin derart zersplittert bleibt, dürfte Trump auch in den kommenden Vorwahlen erfolgreich abschneiden und so der benötigten Anzahl von 1 237 Delegierten immer näher kommen. Bis zum 15. März werden 60 Prozent der republikanischen Delegierten vergeben sein. Einige der Staaten, in denen bis Mitte März Vorwahlen stattfinden, darunter Florida und Ohio, verteilen ihre Delegierten nach dem „Winner-takes-all-Prinzip“. Sollte Trump diese Staaten für sich entscheiden – und danach sieht es laut der aktuellen Umfragen aus – erhält er alle Delegierten und dürfte bei seinem Griff nach der Parteikrone kaum noch zu stoppen sein.

Kaum zu stoppen ist auch Hillary Clinton nach ihrem Wahlerfolg am Dienstagabend. Getragen von der breiten Unterstützung der dort lebenden Minderheiten gewann sie in fast allen südlichen Bundesstaaten, darunter Texas, Arkansas, Tennessee, Alabama und Georgia. Zudem ging sie in Virginia siegreich aus der Abstimmung hervor und konnte sich sogar in Massachusetts knapp gegen ihren Mitstreiter Bernie Sanders durchsetzen. In dem Staat an der Ostküste leben viele liberale Demokraten, weshalb Sanders dort auf einen Sieg setzte. Stattdessen schlug der 74-Jährige die ehemalige Außenministerin in Colorado, Minnesota, Oklahoma und in seinem Heimatstaat Vermont.

Mit ihrem Sieg in sieben Bundesstaaten kommt die 68-jährige Clinton der demokratischen Präsidentschaftskandidatur ein großes Stück näher. „Was für ein Super Tuesday“, rief Clinton ihren Unterstützern zu. „Im ganzen Land haben Demokraten heute dafür gestimmt, Mauern einzureißen, sodass wir zusammen großartig sein können“, so Clinton. Da sie ihre Siege meist in größeren Staaten einstrich, konnte Clinton ihren Vorsprung auf Sanders beträchtlich ausbauen. Insgesamt hat die ehemalige First Lady nun bereits 1 001 Delegierte gesammelt. Sanders hingegen kommt nur auf 371. Dass er noch einmal zu seiner Konkurrentin aufschließen kann, wird immer unwahrscheinlicher.

Zum jetzigen Zeitpunkt denke Sanders allerdings noch nicht daran, aus dem Rennen auszusteigen, erklärten seine Berater nach dem Ausgang der Wahlen. „Wir haben schon einiges erreicht in den vergangenen zehn Monaten“, verkündete der 74-Jährige, der vor allem bei jungen Wählern großen Zuspruch findet, vor Anhängern in seiner Heimatstadt Burlington in Vermont. „Ich weiß, dass Außenministerin Clinton und große Teile des demokratischen Partei-Establishments der Meinung sind, dass ich mir zu hohe Ziele setze. Ich denke nicht, dass das stimmt.“

Doch Clinton schien nach ihrem Erfolg am Super Tuesday schon über die Vorwahlen hinauszuschauen auf ein Duell mit Donald Trump. Personen, die erbärmliche Ansichten darüber haben, was es heiße, ein amerikanischer Staatsbürger zu sein, dürfe man keinen Glauben schenken, so Clinton nach ihrem Sieg. „Ich werde weiterhin meine Stimme gegen Fanatismus erheben.“ Der jüngsten CNN-Umfrage zufolge würde Clinton einen Zweikampf mit Trump bei den Präsidentschaftswahlen mit 52 zu 44 Prozent für sich entscheiden.

Auch Donald Trump verdeutlichte auf seiner Pressekonferenz, dass er bereits mit einem Auge darauf schielt, es im Präsidentschaftswahlkampf mit Clinton aufzunehmen. „Wenn all das hier vorbei ist, werde ich mir eine ganz bestimme Person vorknöpfen: Hillary Clinton“, tönte er. Clinton rede darüber, dass viele arm seien, darüber, wie schlecht es einigen gehe, und dass sie diejenige sei, die alles zum Besseren wenden könne. „Sie ist schon so lange im politischen Geschäft. Sie hat bisher noch nichts verbessert, und wird das auch in den nächsten vier Jahren nicht tun.“

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