Syrien-Gespräche in Astana gestartet

Ein Durchbruch gilt jedoch als unwahrscheinlich

Astana (DT/dpa) Im kasachischen Astana starteten am Montag neue Syrien-Gespräche mit durchaus konstruktiven Tönen – und einem Dämpfer. Die Vertreter von Regime und Rebellen haben bei den am Montag gestarteten Syrien-Gesprächen zunächst nicht direkt miteinander verhandelt. „Die Zeit ist noch nicht reif“, um an einem Tisch zu sitzen, berichtete der Sprecher des wichtigsten Oppositionsbündnisses, der Syrischen Nationalen Koalition, der Deutschen Presse-Agentur.

In seinem Eingangsstatement sagte der Delegationsleiter der Regierung, Baschar al-Dschafari, der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge, die Regierung hoffe, dass die Gespräche in Astana zunächst zu einem Ende der Kämpfe führen würden. So sollten terroristische Gruppen von moderaten getrennt werden. Er sprach dabei von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und dem syrischen Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Al-Dschafari hatte die Delegation bereits bei den vergangenen Treffen in Genf geführt. An der Spitze der Oppositionsgruppen steht Mohammed Allusch, der die Voraussetzung einer Waffenruhe für politische Gespräche bekräftigte: „Wir sind hergekommen, um zunächst einmal die Feuerpause zu stärken. Wir werden keine weiteren Schritte einleiten, bevor das nicht vor Ort umgesetzt wird.“ Allusch, der der einflussreichen radikal-islamischen Gruppe Dschaisch al-Islam angehört, forderte die Freilassung von politischen Gefangenen. Auch er hatte die Opposition bereits in Genf vertreten. Bereits vor dem Treffen hatte sich abgezeichnet, dass es inhaltlich zunächst um die Stärkung der brüchigen Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland Syrien gehen wird. Eine Feuerpause gilt als Hauptvoraussetzung für die Opposition, mit Gesprächen für eine politische Lösung zu beginnen. Ein Durchbruch in Astana gilt als unwahrscheinlich. Vielmehr sollen die Gespräche den Weg für die ab 8. Februar angesetzte neue Verhandlungsrunde in Genf ebnen. In dem seit den arabischen Aufständen 2011 andauernden Bürgerkrieg starben hunderttausende Menschen.

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