Sicherheitsrat debattiert Christenverfolgung

Am Freitag nehmen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der UN-Menschenrechts-Kommissar Prinz Zeid Ra'ad Al Hussein Stellung
UN-Sicherheitsrat befasst sich am Freitag mit dem IS-Terror gegen Christen.
Foto: dpa | Der UN-Sicherheitsrat befasst sich am Freitag mit dem IS-Terror gegen Christen.

New York/Straßburg (DT/KAP) Spät aber doch ringt sich die internationale Staatengemeinschaft zur Solidarität mit den orientalischen Christen gegen die Verbrechen des „Islamischen Staates“ (IS) durch: Nach dem Europäischen Parlament wird sich am 27. März nun auch der UN-Sicherheitsrat in New York – der im März unter französischem Vorsitz steht – mit der Frage befassen, wie der Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten im Nahen Osten begegnet werden kann.

Die Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York ist für alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen geöffnet. Das Wort ergreifen werden UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, der jordanische Prinz Zeid Ra'ad Al Hussein. Im Anschluss sprechen Vertreter der Kirchen, der Jesiden und der ethnischen Minderheiten. Treibende Kraft für diese Sitzung war der französische Außenminister Laurent Fabius. Er hatte am vergangenen Mittwoch festgestellt, dass die religiösen Minderheiten in Syrien und im Irak vor der Gefahr der Auslöschung durch die IS-Terroristen stehen.

Zuletzt hatte das Europäische Parlament eine Entschließung zu den „insbesondere gegen Christen gerichteten Angriffen und Entführungen durch den IS“ verabschiedet. In der Resolution werden die „ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen“ des IS verurteilt, die „Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen gemäß dem römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs“ darstellen und „als Völkermord bezeichnet werden könnten“.

Die gezielten Angriffe gegen Christen, Jesiden und Angehörige anderer religiöser Minderheiten, aber auch gegen sunnitische Muslime, die nicht mit der IS-Auslegung des Islam einverstanden sind, seien Teil des Versuchs, alle religiösen Minderheiten in den von den Terroristen kontrollierten Gebieten zu vernichten. Diejenigen, die diese Straftaten begangen haben, dürften nicht straffrei ausgehen. In diesem Zusammenhang wird auch auf die nicht aufgeklärte Entführung der Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi vom 23. April 2013 hingewiesen.

Das Europäische Parlament unterstützt das internationale Vorgehen gegen den IS, „einschließlich der militärischen Maßnahmen der von den USA koordinierten internationalen Koalition“. Alle EU-Staaten sollten Möglichkeiten erwägen, wie sie dazu beitragen können, „einschließlich der Aufdeckung und Sperrung geheimer Mittel des IS im Ausland“. Die EU-Mitglieder und die NATO-Länder werden aufgefordert, „das Problem der zwiespältigen Rolle bestimmter Staaten in dem Konflikt anzugehen, insbesondere, wenn diese Staaten aktiv oder passiv zum Aufstieg des IS und anderer extremistischer Gruppen beigetragen haben oder nach wie vor beitragen“. In diesem Zusammenhang wird Besorgnis über die Finanzierung der Verbreitung der wahhabitischen Auslegung des Islam durch öffentliche und private Einrichtungen in Ländern der Golfregion geäußert. Die betreffenden Länder werden aufgefordert, die von ihren Territorien aus erfolgende Finanzierung terroristischer Organisationen einzustellen.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Christenverfolgung

Kirche

Papst in der Slowakei
Bratislava
In das reale Leben eintauchen Premium Inhalt
Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann