Presse: Würdiger Nachfolger Johannes Pauls II.

„France Catholique“ (Paris) hebt die großen Verdienste Papst Benedikts XVI. hervor:

Angesichts des Missbrauchsskandals hat er drastische Maßnahmen ergriffen. In der Kurie war er fest entschlossen, alle Probleme anzugehen, auch die schwierigsten und unangenehmsten. Vielleicht konnte er seinen Wunsch, die überzogene Bürokratie zu bekämpfen, nicht bis ins Letzte umsetzen. Man denke jedoch daran, was er in Deutschland gesagt hat – über eine Kirche, die er sehr gut kannte und deren Strukturen vereinfachen wollte, damit sie dem Evangelium besser entsprechen. Um seine großen Verdienste als Papst mit einem Wort zum Ausdruck bringen: Er hat bewiesen, dass es einen Nachfolger für Johannes Paul II. geben konnte, für den Mann, der alle Maßstäbe gesprengt hat.

Italien ist keine Insel

Die Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mailand) beklagt angesichts der Wahlen in Italien mangelnden Sinn für Europa:

Eigenartig an diesem Wahlkampf war die Häufigkeit, mit der die Urteile der Regierungen und Medien anderer Länder als unerträgliche Einmischung betrachtet wurden. Wir können uns aber nicht darin gefallen, eine große internationale Wirtschaftsmacht zu sein und erwarten, dass andere geduldig unser Wahlergebnis abwarten, ohne eigene Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Wir haben das Recht zu wählen, wen wir wollen, ohne uns nach Angela Merkel zu richten, dürfen aber nicht übersehen, dass es einen europäischen Raum gibt, in dem die Wahlen eines Landes andere Länder beeinflussen.

US-Waffengesetze sind realitätsfern

Die jesuitische Wochenzeitung „America Magazine“ ruft zu einer Reform der Waffengesetze in den Vereinigten Staaten auf:

Ist es klug, das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz aufrechtzuerhalten, wenn es unsere Richter zwingt, vernünftige Waffengesetze abzulehnen? Ist es moralisch vertretbar, gewählte Landesvertreter so daran zu hindern, für öffentliche Sicherheit zu sorgen? Ist die Gefahr einer Tyrannei, die im 18. Jahrhundert real vorhanden, in den Vereinigten Staaten der Gegenwart jedoch nur mehr ein fernes Fantasiegebilde ist, wichtiger als die grausige tägliche Realität der Waffengewalt? Die Antwort auf all diese Fragen lautet: nein. Es ist Zeit, sich der Realität zu stellen. Wenn Amerika diese Geißel in den Griff bekommen will, dann muss es eine Verfassungsänderung geben.

Licht Benedikts XVI. wird weiter leuchten

Im Hinblick auf das kommende Pontifikat schreibt die katholische Wochenzeitung „The Southern Cross“:

Papst Benedikt wird seinen Nachfolger diskret im Gebet unterstützen. Das Zusammenleben mit einem ehemaligen Papst ist ein Lehrstück, aus dem zukünftige Päpste vielleicht Nutzen ziehen werden. Unklar ist, welche Folgen es hat, wenn ein ehemaliger Papst eigene Bücher veröffentlicht. Hat ein ehemaliger Papst einen Platz in der Öffentlichkeit? Das Licht des Papsttums von Benedikt XVI. wird noch lange weiter leuchten und den neuen Steuermann der Kirche in seinem schwierigen Amt leiten.

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19.09.2021, 17 Uhr
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