Presse: Wohlstand statt Abwechslung

Die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ schreibt über die Bundestagswahlen:

Stabilität ist Frucht der politischen Kultur. In Deutschland gibt es keinen Mehrheitszuschlag, und oft gibt es nach einer Wahl keine Mehrheit. Obwohl es in unserem System diesen Zuschlag gibt, ist es viel instabiler als das deutsche. Uns Italienern mag eine so stabile Politik langweilig erscheinen. Die Deutschen nennen Merkel „Mutti“ und verweisen damit auf ihren nüchternen, einfachen, gewollt unscheinbaren Stil. Eine solche Frau würde bei uns nicht viel Aufmerksamkeit bekommen. Man kann aber nicht alles im Leben haben: Die Deutschen verzichten offensichtlich auf Abwechslung und ziehen den Wohlstand vor.

Soziale Thematik wird institutionalisiert

Den Besuch von Papst Franziskus in Cagliari kommentiert die sardische Tageszeitung „La Nuova Sardegna“:

Nicht zum ersten Mal wendet sich ein Papst auf Sardinien der so dringenden sozialen Thematik zu. Johannes Paul II. stieg in den Schacht des Sulcis Iglesiente hinab, mit dem Helm eines Minenarbeiters: Das Bild ging 1985 um die Welt. Zum ersten Mal wird jedoch eine Reihe von Begegnungen zu sozialen Themen auf einem Papstbesuch auf diese Weise institutionalisiert. Die Begegnung mit den Jugendlichen stellt den Höhepunkt dar: eine Rückkehr zur Hoffnung – derselben Hoffnung, die Bergoglio noch stärker nähren will auf der nächsten Etappe in Italien: am 4. Oktober in Assisi, der Stadt des Franziskus, des Heiligen der Armen, dessen Namen er gewählt hat.

Abtreibung: Gleichgültigkeit erschüttert

In den Vereinigten Staaten kritisiert „Our Sunday Visitor“ Obamas Verweis auf das Leiden der syrischen Kinder als paradox:

Obama fordert die Amerikaner auf, an die Kinder zu denken. Wer die Berichterstattung aus Syrien verfolgt hat, sah schwer atmende Kinder am Boden liegen. Diese Bilder sind tragisch, niemand würde das leugnen. Pro-Life-Gruppen haben jedoch darauf hingewiesen, dass die Worte des Präsidenten in starkem Gegensatz zu seiner Befürwortung der Abtreibung stehen. Irgendwie sehen Abtreibungsbefürworter nicht, dass die Abtreibungsopfer ebenso unschuldig sind wie die syrischen Kinder. Die Sorge unserer Nation und ihres Präsidenten um die Kinder in Syrien und ihre gleichzeitige Gleichgültigkeit gegenüber den Abtreibungsopfern ist erschütternd.

Bildung ist Vorbeugung gegen Kriminalität

In Trinidad und Tobago mahnt „Catholic News“, armen Kindern nicht den Zugang zu katholischen Schulen zu verwehren:

Wir müssen den Armen, die oft zu Kriminellen werden, unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Das geschieht am besten durch unsere Schulen. Katholische Grundschulen dürfen arme Kinder nicht abweisen und keine Zugangsprüfungen durchführen wie die „Eliteschulen“, an denen klare Klassenunterschiede herrschen. Wir leisten unseren jungen Menschen einen großen Dienst, wenn wir unermüdlich versuchen, den sozialen Aufstieg zu unterstützen, denn das beste Mittel gegen die Kriminalität ist eine solide Bildung.

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