Presse: Über die eigenen Grenzen nachdenken

„America Magazine“, die Wochenzeitung der US-amerikanischen Jesuiten, mahnt vor einem Militärschlag in Syrien:

Gebet und Fasten sind für uns „Wir-können-das-tun-Amerikaner“ besonders wichtig. Die Debatte über einen Eingriff in Syrien bietet Gelegenheit, über menschliche und nationale Grenzen nachzudenken. Nach einem starrsinnigen Krieg im Irak, einem beschränkten Erfolg in Afghanistan, zahlreichen verwundeten Veteranen und angesichts des Chaos in Ägypten haben wir viele Gründe, um über unsere Grenzen nachzudenken – besonders über die Unfähigkeit von Militär und Regierung, das Wohl zu erzeugen, das wir uns wünschen.

Europa: Rettungsring oder Mühlstein?

„Corriere della Sera“ (Mailand) plädiert für weniger Passivität gegenüber den Vorgaben der europäischen Politik:

Für die einen ist Europa ein Rettungsring, für andere ein Mühlstein um den Hals. Nur wir selbst können jedoch unsere Probleme lösen. Europa kann Impulse geben, aber wir dürfen es nicht nur erdulden. Die Regierung hat die Auflagen aus Brüssel passiv akzeptiert, ohne zu fragen, ob sie uns helfen, aus der Krise herauszukommen. Statt uns an ein Defizit zu binden, das unter drei Prozent des Bruttosozialprodukts liegt, hätten wir mit Europa ein Abkommen zugunsten des Wachstums schließen sollen – begonnen bei der Reform des Arbeitsmarktes, der Renten, den Schulen, der Konkurrenzfähigkeit, einer alles erstickenden Bürokratie.

Vatikan für Frieden und Menschenrechte

Die britische Zeitung „The Tablet“ begrüßt eine stärkere Einbindung des Heiligen Stuhls in die internationale Diplomatie:

Franziskus will dem Staatssekretariat wieder eine aktivere Rolle in den Beziehungen zu anderen Ländern geben, aber unklar ist, ob dies eine Reform der Leitungsstruktur der Kirche einschließt. Er hat eine Förderung der bischöflichen Kollegialität erwähnt, durch eine stärkere Beratungsfunktion der Bischofssynode. Parolin ist durch seine Doktorarbeit über diese Institution gut gerüstet. Der Heilige Stuhl will sich wieder mehr in die auswärtige Diplomatie einbringen. So wird die älteste diplomatische Einrichtung der Welt wieder zu einer wichtigen Stimme auf dem Gebiet der Friedenssicherung, der Förderung der Menschenrechte und der Verteidigung der Armen.

Robert Schuman um Fürsprache bitten

Die Wochenzeitung „Alfy y Omega“ (Madrid) schreibt anlässlich des 50. Todestages von Robert Schuman:

„Die Geschichte hat mich gelehrt: Wenn ein objektives, mit Reife gefälltes Urteil, das auf Fakten beruht und auf die höheren Interessen der Personen ausgerichtet ist, uns zu neuen, ja sogar revolutionären Initiativen führt, dann ist es sehr wichtig – auch wenn es mit uralten Gebräuchen, Antagonismen und Gewohnheiten bricht –, daran festzuhalten“: Schumans Mut, seine Hingabe und seine Großherzigkeit füllen bereits unzählige Seiten seines Seligsprechungsprozesses. Die Gläubigen sind eingeladen, um seine Fürsprache zu bitten, damit ein Wunder ihn endgültig zur Ehre der Altäre erheben kann.

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19.09.2021, 17 Uhr
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