Presse: Strukturreformen von unten

Das jesuitische „America Magazine“ kommentiert den Haushaltsstreit in den USA:

Vielleicht wird dieses Debakel den Antrieb geben, Verfahrensweisen und Vorrechte des Kongresses zu überdenken. Eine Kampagne, die darauf hinauslaufen könnte, den politischen Würgegriff der beiden herrschenden Parteien zu lockern, muss sich jedoch von unten her entwickeln, durch Bürgerinitiativen zu Strukturreformen erst auf lokaler und dann auf staatlicher Ebene. Eine solche Reform kann nur Schritt für Schritt erfolgen durch eine Öffentlichkeit, die Besseres verdient – und lernen muss, wie sie es fordern kann.

Rassismus überall bekämpfen

Zur geplanten Einführung des Strafbestands der Holocaustleugnung in Italien schreibt die Tageszeitung „Avvenire“:

Die Rolle des Strafrechts ist bereits klar definiert durch die Strafbestände der Anstiftung zu rassistischen oder antisemitischen Verhaltensweisen, zum Hass gegen andere Menschen. Außerhalb der strafrechtlichen Dimension muss die Gesellschaft noch viel mehr tun: Sie muss Bildung, Gespräche und Studien fördern, um die Erinnerung aufrechtzuerhalten und das Böse zu erkennen, zu dem wir im Namen von Ideologien, Rassismus, eigennützigen Interessen fähig sind: Ohne das ist die Straftat der Holocaustleugnung ein armseliges, vielleicht unfruchtbares Samenkorn.

Lauernder Pelagianismus

„The Catholic Herald“ (London) warnt vor einer Verbürgerlichung der Kirche:

Eine Kirche der Mittelschicht ist nicht die Kirche, die wir uns wünschen sollten, denn sie würde einen großen Teil der Bevölkerung ausschließen. Historisch betrachtet war dieser große Teil außerdem im Katholizismus zu Hause, und ihn jetzt auszuschließen wäre ungerecht. Darüber hinaus passen jedoch die Werte einer bürgerlichen Mittelschicht und ein authentischer Katholizismus nicht gut zusammen. Bürgerliche Werte haben einen zu starken Beigeschmack nach Individualismus und Pelagianismus – nach der Vorstellung, dass wir durch eigene Anstrengung in den Himmel kommen. Es mag sein, dass man durch harte Arbeit, Hingabe und Anstrengung in die Mittelschicht aufsteigt, aber dadurch werden wir nicht erlöst. Ganz im Gegenteil: Erlösung geschieht aus Gnade, und Gnade wird jenen zuteil, die demütig vor Gott bekennen, dass sie ihrer bedürfen.

Eucharistie nicht politisieren

In Dublin rechtfertigt „The Irish Catholic“ die Absetzung eines Pro-Choice-Politikers vom Amt des Kommunionhelfers:

Niemand will, dass die Eucharistie politisch ausgenutzt wird. Ein Politiker, der sich öffentlich gegen einen so zentralen katholischen Wert wie das Recht auf Leben ausspricht, darf daher keine Plattform in der Pfarrgemeinde seiner Ortskirche erhalten. Als Erzbischof von Buenos Aires spendete Papst Franziskus nur selten die Kommunion in der Messfeier. Der Grund dafür war, wie er später erklärte, eben dieser: dass viele Politiker es gern als Gelegenheit für Fotos genutzt und so die Eucharistie politisiert hätten.

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