Presse: Dialog ist nicht naiv

Zur Begegnung von Papst Franziskus mit dem Groß-Imam von Kairo schreibt die Pariser Zeitung „La Croix“:

Als Bewohner desselben Planeten stehen wir alle denselben Herausforderungen gegenüber: Kriege, Unrecht, Gewalt. Wir können sie nur durch Dialog und Auseinandersetzung mit unseren Weltanschauungen überwinden. Diese Aufforderung gilt vor allem den Europäern und den Katholiken, die im Islam eine Gefahr sehen und meinen, Papst Franziskus sei naiv, wenn er sich den Muslimen gegenüber öffnet. Die Mahnung zu gegenseitiger Achtung und Wertschätzung ist jedoch nicht naiv. Sie ist realistisch und entspricht dem Evangelium.

Jahrzehnte verwässerter Katechse

„The Irish Catholic“ (Dublin) kommentiert den Fall eines Abtreibungsbefürworters, dem das Lektorenamt entzogen wurde:

Curtin sagte, wie wichtig ihm sein Glaube sei und zeigte sich enttäuscht über die Aufforderung, sein Lektorenamt niederzulegen. Sicher ist er aufrichtig, was seinen Katholizismus betrifft, aber er erkennt keinen Widerspruch zwischen dem Schutz des ungeborenen Lebens, den dieser Glaube lehrt, und seiner Unterstützung einer politischen Kampagne, die darauf ausgerichtet ist, die Abtreibung in Irland weiter zu verbreiten. Etwas liegt an der Wurzel dieser Verwirrung: Jahrzehnte unzureichender – ja verwässerter – Katechese haben zu einer Situation geführt, in der viele Katholiken den Glauben eher als Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft verstehen und nicht so sehr als etwas, das Inhalte und einen Kontext besitzt.

Down-Syndrom-freie Welt?

Im Tessin mahnt „Il Giornale del Popolo „ im Hinblick auf das bevorstehende Referendum zur Präimplantationsdiagnostik:

Eine Down-Syndrom-freie Welt: Wenn wir uns umschauen, sehen wir, dass das Morden bereits begonnen hat. Die Autorisierung der Präimplantationsdiagnostik auf breiter Ebene würde es perfektionieren und die Unruhe unterdrücken, die dennoch bohrende Fragen offen lässt: Ist ein Leben mit einer solchen Behinderung wirklich nicht lebenswert? Oder verlangt ein solches Leben nicht vielmehr ein Mehr an Fürsorge und Erziehung, ja letztlich an Opfern, an Liebe von Seiten jener, deren Kinder sie sind?

Ausweg aus politischem Morast

In Kapstadt fordert „The Southern Cross“ eine Regierungsform auf der Grundlage der katholischen Soziallehre:

Wir sitzen auf einem Pulverfass sozialer Unzufriedenheit. Unsere Politik muss dringend wieder ins Gleichgewicht gebracht werden – am besten aus der katholischen Soziallehre heraus, in deren Mittelpunkt das Streben nach dem Gemeinwohl steht. In Krisenzeiten kann durch Zusammenarbeit des gesamten politischen und sozialen Spektrums viel gewonnen werden, durch die Bildung einer nationalen Einheitsregierung, an der die fähigsten Führungskräfte aller Parteien beteiligt sind. [...] Dies mag übertrieben optimistisch erscheinen, aber es gibt kaum eine bessere Alternative im gegenwärtigen politischen Morast.

Themen & Autoren

Kirche

Synode
Synode
Synodalität als Stärkung der Kirche Premium Inhalt
Synodale Prozesse wecken derzeit sowohl Hoffnung als auch Sorgen. Doch was zeichnet den „gemeinsamen Weg“ aus? Zehn biblische Anregungen für synodale Gespräche.
20.09.2021, 19 Uhr
Martin Baranowski
Schwules Paar
Rezension
Eine Wegweisung im LGBTIQ - Dschungel Premium Inhalt
Daniel Mattson legt in seinem autobiografischen Buch "Warum ich mich nicht als schwul bezeichne" tiefe Gedanken über Sexualität, persönliche Freiheit und die Lehre der Kirche vor.
19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer