Presse: Das schlechte Gewissen der Welt

Die Mailänder Tageszeitung „Avvenire“ kommentiert die jüngsten Bilder aus Syrien:

Wir werden Omrans Augen nie vergessen – ebenso wenig wie das Bild des kleinen Aylan, der tot am anatolischen Strand liegt. Oder die schmerzhafte Weisheit von Kinan, dem 13-jährigen Syrer, der vor einem Jahr aus Budapest, damals noch nicht von Mauern aus Stacheldraht umgeben, vor den Fernsehkameras eine einfache schreckliche Wahrheit aussprach: „Ihr wollt uns in Europa nicht haben? Ihr wollt, dass wir zuhause bleiben? Dann beendet den Krieg in Syrien.“ Sie sind das schlechte Gewissen der Welt, vor allem der Mächtigen der Welt. Sie sind der Grund für die wütende Rebellion unseres Herzens gegen jenes endlose Übel, das wir Krieg nennen: Krieg in Syrien.

Ungerechtes System

In London schreibt der „Catholic Herald“ zur Diskussion über die Polygamie:

Die Polygamie hat eine Geschichte im Osten, bei nomadischen Hirtenvölkern, aber sie gehörte nie zum Leben im Westen. Sie ist nicht Teil unserer Tradition, und es gibt keinen Grund, sie jetzt einzuführen. Die Polygamie oder genauer gesagt das System, in dem ein Mann mehrere Frauen nimmt, systematisiert die Misshandlung von Frauen und Kindern. Die zweite und dritte Frau und ihre Kinder stehen nie auf einer Stufe mit der ersten Frau und ihren Kindern. Als System ist es in sich selbst unfair und ungerecht.

Burkini ist nicht das Problem

Zur Debatte über Burka und Burkini äußert sich „Asia News“, das Portal der Päpstlichen Missionswerke:

Nicht der Burkini, der – im Gegensatz zur Burka – das Gesicht der Trägerin freilässt, ist das Sicherheitsproblem. Die Sicherheitsprobleme in Frankreich sind viel gravierender, wenn man bedenkt, dass alle Urheber der Anschläge in Nizza, in Paris, in Rouen und andernorts bereits als gefährlich eingestuft waren, und trotzdem ihre blutigen Taten planen und durchführen konnten. Den weiblichen Körper um jeden Preis verhüllen zu wollen, ist ein Angriff auf die „französische Kultur“ und auf die Würde der Frau. Aber das müssten die muslimischen Frauen sagen. Es darf ihnen nicht aufgezwungen werden als Pflicht zur Verteidigung der Laizität, die auf diese Weise immer aufdringlicher und repressiver zu werden droht – genau wie die radikale Kultur, die sie bekämpfen will.

Mangelnde außenpolitische Kompetenz

Die US-Zeitung „National Catholic Reporter“ warnt vor einer Untauglichkeit von Donald Trump für das Präsidentenamt:

Außenpolitische Kräfte der Republikaner haben sich sehr kritisch über Trump geäußert. Sie werfen ihm mangelnde Kenntnis grundlegender außenpolitischer Fragen und ein unberechenbares Verhalten vor. Diese Gruppe, die sonst ungern Stellung bezieht, hat sich aufgrund der großen Bedeutung dieser Wahl geäußert. Es ist unwahrscheinlich, dass Trump mehr Vernunft annehmen wird, und wir können erwarten, dass seine Fauxpas' weitergehen, aber seine Untauglichkeit für das Amt muss immer wieder betont werden.

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